

Der kleine Fuchs folgt der Sonne nach Süden und landet in einem Land voller Wärme, Düfte und leiser Musik.
Zwischen Olivenbäumen und alten Steinmauern lernt er, wie schön es ist, einfach zu verweilen.
Viel Spaß mit dieser Gute Nacht Geschichte.
...
Der kleine Fuchs kam am frühen Morgen in Italien an.
Die Sonne stand noch tief.
Die Luft war warm und roch nach Kräutern.
Unter seinen Pfoten fühlten sich die Steine glatt an.
Er blieb stehen.
Er lauschte.
Es war still.
Nicht leer still.
Sondern freundlich still.
Der kleine Fuchs ging einen schmalen Weg entlang.
Links und rechts standen knorrige Olivenbäume.
Ihre Blätter flüsterten im Wind.
Der kleine Fuchs setzte sich in den Schatten.
Er atmete tief ein.
Da hörte er ein leises Gurren.
Auf einer alten Steinmauer saß eine graue Taube.
Sie hatte sanfte Augen.
„Buongiorno“, sagte sie freundlich.
Der kleine Fuchs hob den Kopf.
„Buongiorno“, antwortete er vorsichtig.
Die Taube lächelte.
„Du bist weit gereist“, sagte sie.
Der kleine Fuchs nickte.
„Ich wollte sehen, wie die Welt ist“, sagte er leise.
Die Taube breitete kurz ihre Flügel aus.
„Dann bist du hier richtig“, sagte sie.
Der kleine Fuchs setzte sich näher.
Die Olivenbäume raschelten.
„Was macht man hier den ganzen Tag?“, fragte der Fuchs.
Die Taube überlegte.
„Man wartet“, sagte sie schließlich.
Der kleine Fuchs runzelte die Stirn.
„Worauf?“, fragte er.
„Auf den richtigen Moment“, antwortete die Taube.
Der kleine Fuchs schaute zur Sonne.
Sie stieg langsam höher.
Nichts drängte.
Nichts rief.
Sie saßen einfach da.
Ein Käfer krabbelte vorbei.
Ein warmer Wind strich über das Fell des kleinen Fuchses.
„Ich glaube, ich verstehe“, sagte er nach einer Weile.
Die Taube nickte.
„Reisen heißt nicht nur weitergehen“, sagte sie.
„Manchmal heißt es bleiben.“
Der kleine Fuchs legte sich ins Gras.
Sein Schwanz kringelte sich um seine Pfoten.
Er schloss kurz die Augen.
Die Welt war weich.
„Bleibst du lange?“, fragte die Taube.
Der kleine Fuchs öffnete die Augen.
„Nur so lange, bis mein Herz wieder leicht ist“, sagte er.
Die Taube lächelte.
Als die Sonne ihren höchsten Punkt erreichte, stand der kleine Fuchs auf.
„Ich muss weiter“, sagte er leise.
Die Taube nickte.
„Nimm die Ruhe mit“, sagte sie.
Der kleine Fuchs verbeugte sich.
Dann ging er den Weg zurück.
Die Olivenbäume flüsterten ihm nach.
Der kleine Fuchs lächelte.
Italien würde in ihm bleiben.
Der Abend kam langsam.
Der kleine Fuchs schlief unter einem Olivenbaum ein.
Die Wärme blieb.
Und mit ihr ein ruhiger Traum.

Auf dieser Webseite findest du tolle Geschichten zum Vorlesen für kleine und große Kindern. Entweder einfach zwischendurch zum Entspannen oder abends als „Gute Nacht“-Geschichte, diese kindergerechten Geschichten passen immer.
Wir wünschen dir ganz viel Spaß beim Lesen oder Anhören.
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P.S.: Du kannst Onkel Guidos Geschichten auch auf den folgenden Plattformen anhören.