Frühlingsgeschichtenca. 5 Min Vorlesezeit

Die beiden Hasen & das geheimnisvolle Tauwetter

Die beiden Hasen & das geheimnisvolle Tauwetter
Vorlesen im dunklen Kinderzimmer?

Manchmal fühlt sich der Winter besonders lang an, vor allem für zwei kleine Hasen mit knurrendem Bauch.

Doch wenn Schnee langsam taut und Hoffnung leise klopft, beginnt ein neues kleines Abenteuer.

Am nächsten Morgen wachten die beiden kleinen Hasen wieder früh auf.

Der Bau war still.

Kein Wind pfiff durch die Gänge.

Und etwas fühlte sich anders an.

Vorsichtig steckten sie ihre Nasen aus dem Bau.

Der Schnee war noch da.

Aber er glitzerte anders als gestern.

Die Sonne lugte zaghaft hinter den Wolken hervor.

„Riechst du das auch?“ flüsterte der eine Hase.

Ja“, antwortete der andere leise. „Es riecht nach… Frühling. Nur ein kleines bisschen.“

Sie hoppelten vorsichtig hinaus.

Der Schnee war nicht mehr hart und knirschend.

Er war weich.

Und an manchen Stellen tropfte Wasser.

Ein leises Plitsch.

Ein leises Platsch.

„Vielleicht finden wir heute etwas Futter“, sagte der kleinere Hase hoffnungsvoll.

Sie folgten einer Spur aus Tauwasser.

Unter einem Busch entdeckten sie etwas Dunkles.

Die Erde schaute hervor.

Und darin steckte etwas Grünes.

Ein winziges Blatt.

„Schau mal!“ rief der eine Hase leise.

„Ein echtes Blatt!“

Sie knabberten vorsichtig daran.

Es schmeckte frisch.

Und nach Hoffnung.

Plötzlich hörten sie ein Räuspern.

„Na ihr zwei Frühaufsteher“, sagte eine vertraute Stimme.

Tante Hilde stand da.

In ihrem dicken Schal.

Mit einem Korb am Arm.

„Ich dachte mir schon, dass ihr unterwegs seid“, sagte sie freundlich.

„Der Schnee zieht sich zurück. Nicht ganz, aber Stück für Stück.“

Die Hasen schauten sie mit großen Augen an.

„Heißt das, wir müssen heute nicht hungern?“ fragte der größere Hase.

Tante Hilde lächelte.

„Heute nicht“, sagte sie.

Sie stellte den Korb ab.

Darin lagen getrocknete Gräser.

Ein paar Rindenstücke.

Und sogar zwei kleine Möhrenscheiben.

„Für besondere Tage“, erklärte sie.

Die Hasen kuschelten sich dankbar an sie.

Sie setzten sich gemeinsam an den Bau.

Die Sonne wurde ein klein wenig wärmer.

Ein Vogel zwitscherte vorsichtig.

„Der Winter geht noch nicht ganz“, sagte Tante Hilde.

„Aber er hat verstanden, dass er bald gehen darf.“

Die beiden Hasen schauten über das weiße Feld.

Es wirkte plötzlich nicht mehr so endlos.

Nicht mehr so kalt.

„Morgen suchen wir wieder“, sagte der eine Hase.

„Und übermorgen auch“, ergänzte der andere.

Tante Hilde nickte zufrieden.

„Genau so macht man das“, sagte sie.

„Man hofft. Und man teilt.“

Als die Sonne langsam hinter den Bäumen verschwand, krochen die beiden Hasen wieder in ihren Bau.

Ihre Bäuche waren warm.

Ihre Herzen auch.

Und während draußen der Schnee leise weiter taute, schliefen sie ein.

Mit dem sicheren Gefühl, dass selbst der längste Winter irgendwann Platz macht.

Für neue Tage.

Und neues Grün.

Ende 🌙 Gute Nacht!

Für morgen Abend 🦊

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