Die Spatzen in Kölle. Das Geheimnis über dem Rhein

Onkel Guido
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Die Spatzen in Kölle. Das Geheimnis über dem Rhein
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Nachdem Piet und Lotti den Dom erobert hatten, glaubten sie, nichts könne sie mehr überraschen.

Doch eines Abends flüsterte der Rhein ihnen ein neues Geheimnis zu.

Viel Spaß mit dieser Gute-Nacht-Geschichte.

...

Der Abend legte sich sanft über Köln.

Die Dächer glühten noch warm vom Tag.

Piet saß auf seiner Lieblingsziegelkante.

Neben ihm Lotti.

Beide schauten zum Rhein.

Er schimmerte heute besonders ruhig.

Fast so, als würde er etwas verbergen.

„Hörst du das?“ fragte Lotti leise.

Piet spitzte die Ohren.

Da war ein ganz zartes Plätschern.

Nicht wie sonst.

Nicht wie Wind.

Nicht wie Boote.

„Das klingt wie ein Flüstern“, sagte Piet.

In diesem Moment landete Herr Krätzchen neben ihnen.

„Manchmal erzählt der Rhein Geschichten“, murmelte er.

„Aber nur denen, die still genug sind.“

Lotti wurde ganz ruhig.

Sie legte den Kopf schief.

Und lauschte.

Da war es wieder.

Ein leises Glucksen.

Ein sanftes Murmeln.

Und dazwischen ein kleines Licht.

Mitten auf dem Wasser.

„Piet, schau!“

Tatsächlich.

Ein winziger goldener Schimmer trieb auf dem Rhein.

Er bewegte sich langsam.

Fast wie eine kleine Laterne.

„Was ist das?“ fragte Lotti.

Herr Krätzchen lächelte geheimnisvoll.

„Vielleicht eine verlorene Sternenspur.“

Piet spürte dieses Kribbeln wieder.

Dieses Gefühl von Abenteuer.

„Wir fliegen näher ran“, sagte er.

Lotti schluckte kurz.

Doch sie nickte.

Gemeinsam hoben sie ab.

Der Abendwind war mild.

Die Stadt unter ihnen wurde leiser.

Sie flogen über Brücken.

Über Lichter.

Über das dunkler werdende Wasser.

Der goldene Schimmer war nun deutlicher zu sehen.

Es war keine Laterne.

Es war ein kleines Blatt.

Und auf dem Blatt lag etwas.

Etwas Rundes.

Etwas Leuchtendes.

„Das ist ein Tropfen“, flüsterte Lotti.

Aber es war kein normaler Tropfen.

Er funkelte wie ein Stern.

Und glühte wie Sonnenlicht.

Plötzlich hörten sie ein Rascheln am Ufer.

Zwischen hohen Gräsern bewegte sich etwas.

Zwei spitze Ohren tauchten auf.

Ein kleiner niedlicher Fuchs trat vorsichtig ans Wasser.

Er setzte sich.

Und schaute genauso erstaunt wie die Spatzen.

Piet landete auf einem Geländer.

Lotti neben ihm.

Der Tropfen trieb langsam näher ans Ufer.

Dann geschah etwas Merkwürdiges.

Der Tropfen löste sich vom Blatt.

Und schwebte.

Ganz langsam.

Wie von unsichtbarer Hand getragen.

Er stieg ein kleines Stück in die Luft.

Direkt zwischen die Spatzen und den Fuchs.

Niemand sprach.

Niemand bewegte sich.

Der Tropfen leuchtete warm.

Nicht grell.

Sondern weich.

Wie ein Abendstern.

Vielleicht“, flüsterte Lotti, „ist das ein Stück Mut.“

Piet dachte an ihren Flug zum Dom.

An das Zittern.

An den ersten Sprung.

Der Tropfen begann höher zu steigen.

Ganz langsam.

Er zog eine feine goldene Spur hinter sich her.

Wie ein winziger Komet.

Der Fuchs legte den Kopf schief.

Sein Schwanz bewegte sich kaum.

Er war ganz still.

Als würde er wissen, dass man solche Momente nicht stören darf.

Der Tropfen stieg weiter.

Bis er plötzlich verschwand.

Nicht mit einem Knall.

Nicht mit einem Blitz.

Sondern wie ein Atemzug.

Einfach so.

Zurück blieb nur die ruhige Dunkelheit.

Und der sanfte Rhein.

„Was war das?“ fragte Lotti leise.

Piet lächelte.

„Vielleicht hat der Rhein uns gezeigt, dass Mut weiterwandert.“

Herr Krätzchen landete wieder neben ihnen.

„Manche Dinge“, sagte er ruhig, „gehören niemandem.“

„Sie ziehen weiter.“

„Und schenken ihr Licht dem Nächsten.“

Lotti sah hinauf zum Himmel.

Dort funkelten nun die ersten Sterne.

Vielleicht war einer davon ein goldener Tropfen.

Vielleicht auch nicht.

Der kleine Fuchs stand langsam auf.

Er blickte noch einmal zum Wasser.

Dann verschwand er im hohen Gras.

Die Spatzen flogen zurück zu ihrem Dach.

Heute fühlte sich alles anders an.

Nicht größer.

Nicht aufregender.

Sondern stiller.

Tiefe.

„Piet?“

„Ja?“

„Glaubst du, wir werden wieder so etwas sehen?“

Piet dachte kurz nach.

„Vielleicht.“

„Aber vielleicht reicht es, dass wir es einmal gesehen haben.“

Lotti kuschelte sich in ihr Nest.

Unter ihr rauschte leise die Stadt.

Der Rhein floss ruhig weiter.

Und irgendwo über Köln zog ein winziges goldenes Leuchten durch die Nacht.

Ganz sacht.

Ganz warm.

Ganz still.

Und zwei kleine Spatzen schliefen ein.

Mit einem Licht im Herzen.

Und einem Lächeln im Traum.

Hallo, ich bin Onkel Guido
… ich komme aus dem schönen Köln, bin selbst Vater und seit neustem auch Opa. :) Auf dieser Seite findest du Geschichten für Kinder und Erwachsene. Schön, dass du da bist!
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