

Drachendame Elli liebt Ordnung und eine blitzsaubere Höhle.
Doch eines Tages bringen schmutzige Füße ihre Ruhe gehörig durcheinander.
Viel Spaß mit dieser Gute-Nacht-Geschichte.
...
Hoch oben in den sanften Hügeln hinter dem stillen Tannenwald lebte Drachendame Elli.
Elli war keine gewöhnliche Drachenfrau.
Sie liebte es ordentlich.
Sehr ordentlich sogar.
Ihre Höhle glänzte wie frisch polierter Mondstein.
Der Boden war gefegt.
Die Wände waren sauber.
Und selbst die kleinen Kieselsteine lagen fein sortiert in einer Ecke.
Elli hatte viele Freunde.
Kleine Tiere aus dem Wald.
Vögel.
Mäuse.
Hasen.
Und manchmal sogar neugierige Ziegen.
Alle mochten Elli.
Denn eigentlich war sie freundlich.
Und hilfsbereit.
Und sehr herzlich.
Doch es gab eine Sache, die Elli überhaupt nicht leiden konnte.
Schmutzige Füße in ihrer Höhle.
Ganz besonders nach einem Regentag.
An so einem Tag begann diese Geschichte.
Der Regen hatte den Waldboden weich gemacht.
Matsch klebte an Pfoten und Hufen.
Und die Tiere stapften fröhlich durch Pfützen.
„Plitsch platsch“, machte es überall.
Ein kleiner Hase kam als Erster zur Höhle.
Kurz darauf ein Reh.
Dann ein paar Eichhörnchen.
Und ganz hinten schlich ein kleiner Fuchs vorbei.
Der Fuchs war sehr niedlich.
Und sehr vorsichtig.
Er setzte seine Pfoten extra leise auf.
Doch leider waren sie trotzdem schmutzig.
Die Tiere liefen einfach hinein.
Ohne zu schauen.
Ohne sich die Füße abzuputzen.
Elli stand gerade am Höhleneingang und betrachtete zufrieden ihre Arbeit.
Da blieb sie plötzlich stehen.
Sie sah den Matsch.
Überall.
Auf ihrem Boden.
Auf ihren schönen Steinen.
Ihre Augen wurden groß.
Ihre Nase begann zu kribbeln.
Und dann passierte es.
Elli fauchte.
Ein tiefes, lautes Fauchen.
Aus ihren Nüstern kam warmer Dampf.
Die Höhle bebte ein kleines bisschen.
„Stopp“, rief Elli.
„Bleibt stehen.“
Alle Tiere erstarrten.
Niemand rührte sich.
Der kleine Fuchs duckte sich schnell hinter einen Stein.
„Schaut euch das an“, sagte Elli mit bebender Stimme.
„Meine saubere Höhle.“
„Mein sauberer Boden.“
„Alles voller Matsch.“
Der Dampf wurde stärker.
Die Tiere gingen in Deckung.
Ein Vogel flatterte aufgeregt zur Seite.
Der Hase hielt sich die Ohren zu.
„Es tut uns leid“, piepste das Reh.
„Wir haben nicht nachgedacht“, sagte ein Eichhörnchen.
„Wir wollten dich nur besuchen.“
Elli atmete tief ein.
Und langsam wieder aus.
Der Dampf wurde weniger.
„Ich mag Besuch“, sagte sie leiser.
„Sehr sogar.“
„Aber ich mag keine schmutzigen Füße in meiner Höhle.“
Alle nickten eifrig.
Der kleine Fuchs kam vorsichtig hervor.
Er stellte ein Blatt neben den Eingang.
Dann noch eins.
Und noch eins.
„Wir könnten hier unsere Füße abtreten“, flüsterte er.
Elli schaute überrascht.
Dann lächelte sie.
Ein kleines Lächeln.
„Das ist eine gute Idee“, sagte sie.
Die Tiere putzten sich die Füße.
Einer nach dem anderen.
Der Boden blieb sauber.
Die Höhle glänzte wieder.
Und Elli war wieder ganz ruhig.
„Ich verspreche“, sagte der Hase.
„Nie wieder mit schmutzigen Füßen.“
„Ich auch“, riefen alle anderen.
Elli nickte zufrieden.
Sie legte sich in ihre Höhle.
Der kleine Fuchs rollte sich in einer Ecke zusammen.
Draußen hörte man nur noch den leisen Regen.
Und drinnen war es warm.
Und ruhig.
Und ganz friedlich.
Elli schloss die Augen.
Und die Höhle schlief mit ihr ein.

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Wir wünschen dir ganz viel Spaß beim Lesen oder Anhören.
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