Kapitel 4: Ein besonderer Abend in Opas neuem Zuhause

Onkel Guido
Onkel Guido
 Kapitel 4: Ein besonderer Abend in Opas neuem Zuhause
Tipp: Speichere Onkel Guidos Geschichten direkt auf dem Homescreen & entdecke mit nur einem Klick neue Geschichten ➤ zur Anleitung (Klick).
Die besten neuen Geschichten direkt per Mail? Melde dich hier an und erhalte einmal die Woche Post von Onkel Guido (+ 101 Ausmalbilder als Bonus) – Jetzt kostenlos anmelden


Der zweite Advent war gekommen.

Heute wollten sie Opa in seinem neuem Zuhause besuchen.

Lina war schon ganz aufgeregt.

Sie hatte ein Bild gemalt.

Darauf war ein großer Weihnachtsbaum mit vielen Lichtern.

Darunter stand eine kleine Familie Hand in Hand.

Ein kleines Männchen hatte eine Brille.

Das war Opa.

„Findest du, er erkennt sich?“, fragte Lina unsicher.

Papa nahm das Bild und lachte leise.

„Bestimmt.“

„Die Brille ist unverkennbar.“

Sie packten Plätzchen, ein paar Mandarinen und eine kleine Lichterkette ein.

In Opas neuem Zuhause gibt es bestimmt schon schöne Dekoration, erklärte Mama.

„Aber ein bisschen extra leuchten schadet nie.“

Das neue Heim war warm und hell.

Im Eingangsbereich stand schon ein Weihnachtsbaum.

Er war noch nicht ganz geschmückt, aber ein paar Kugeln hingen bereits an den Zweigen.

Ein leiser Duft nach Suppe und Waffeln lag in der Luft.

Lina hielt Papas Hand.

Sie gingen den langen Flur entlang.

„Du bist nervös, oder?“, flüsterte Papa.

Lina nickte.

„Manchmal wirkt es so traurig hier“, sagte sie.

„Aber Opa freut sich sehr, wenn du kommst“, antwortete Papa.

„Und heute machen wir ihm einen besonders schönen Abend.“

Opa saß in seinem Sessel am Fenster, als sie das Zimmer betraten.

Sein Gesicht hellte sich sofort auf.

„Na, da ist ja meine Lina“, rief er.

Seine Stimme war immer noch kräftig, auch wenn seine Hände ein wenig zitterten.

Lina lief zu ihm und drückte ihm das Bild in die Hand.

„Für dich“, sagte sie.

„Damit du weißt, dass du nicht allein bist.“

Opa setzte seine Brille gerade und betrachtete das Bild lange.

„Das ist das schönste Weihnachtsbild, das ich je bekommen habe“, sagte er schließlich.

„Schau, da bin ich ja.“

Er tippte auf die kleine Figur mit der Brille.

„Ich, zwischen euch.“

Mama stellte die Lichterkette auf das Fensterbrett und schaltete sie an.

Warmweiße Punkte leuchteten im Halbkreis.

„So“, sagte sie.

„Jetzt hat Opa sein eigenes kleines Sternenfenster.“

Sie setzten sich zu dritt.

Sie erzählten.

Sie lachten.

Sie tranken Tee aus Omas altem Service, das Opa mitgenommen hatte.

Lina hörte aufmerksam zu, als Opa von früher erzählte.

„Weißt du, als ich klein war, gab es manchmal kaum Geschenke“, sagte er.

„Aber es gab immer Geschichten.“

„Meine Mutter hat Geschichten erzählt, bis uns die Augen zufielen.“

„Von Engeln, die über den Schnee gingen.“

„Von einem Stern, der den Weg zeigte.“

„Und von Menschen, die einander diese Geschichten weitersagten.“

„Damit niemand vergaß, dass selbst in dunklen Zeiten ein kleines Licht brennen kann.“

Lina dachte an ihren großen Wunsch.

„Opa“, fragte sie nachdenklich.

„Glaubst du, dass Geschichten Menschen Hoffnung geben können?“

Opa zog die Augenbrauen hoch.

„Aber natürlich“, antwortete er.

„Manchmal ist eine Geschichte wie eine warme Decke.“

„Sie macht das Leben nicht perfekt.“

„Aber sie macht es weicher.“

Lina nickte ernst.

Sie dachte an die Kinder, die vielleicht keine Geschenke bekamen.

Vielleicht konnten Geschichten ihnen ein bisschen Wärme schenken.

„Dann will ich mal viele Geschichten erzählen, wenn ich groß bin“, murmelte sie.

„Vielleicht habe ich ja schon damit angefangen.“

Opa lächelte.

„Da bin ich mir sicher.“

Auf dem Rückweg zum Auto war es schon dunkel.

Der Schnee glitzerte im Licht der Straßenlaternen.

Lina blieb kurz stehen.

Sie sah zum Himmel.

„Weißt du, Papa“, sagte sie leise.

„Ich glaube, es wird ein gutes Weihnachten.“

„Auch wenn wir vielleicht nicht so viele Geschenke bekommen.“

Papa legte ihr den Arm um die Schultern.

„Weißt du, was ich hoffe?“, fragte er.

„Dass du dieses Gefühl nie vergisst.“

„Dass du dich später, wenn du erwachsen bist, daran erinnerst, wie sich das angefühlt hat.“

„Dieses warme, leise Weihnachtsgefühl in dir.“

Lina wusste noch gar nicht so genau, wie das später einmal sein würde.

Aber bei dem Gedanken daran wurde ihr nicht bange.

Sondern irgendwie froh.

Im Garten daheim wartete schon jemand.

Der kleine Fuchs saß am Gartentor.

Der Schnee auf seinem Rücken sah aus wie ein kleines, weißes Tuch.

Als Lina aus dem Auto stieg, hob er kurz den Kopf.

„Da bist du ja“, flüsterte Lina.

„Heute haben wir Opa ein bisschen Weihnachten gebracht.“

Der Fuchs blieb noch einen Moment sitzen.

Dann stand er auf und verschwand leise zwischen den Büschen.

Seine Pfotenspuren führten hinüber zum Feld hinter dem Haus.

Linas Herz war ganz ruhig.

Wie eine Kerze, die still und sicher brannte.


Hallo, ich bin Onkel Guido
… ich komme aus dem schönen Köln, bin selbst Vater und seit neustem auch Opa. :) Auf dieser Seite findest du Geschichten für Kinder und Erwachsene. Schön, dass du da bist!
Kostenlos für dich
& deinen nachwuchs
Jede Woche neue Geschichten 🦊
Onkel Guido abonnieren 🎁
Bonus: Nach der erfolgreichen Anmeldung kannst du direkt 101 tolle Ausmalbilder zum Ausdrucken herunterladen 🥳

Wundervolle Kindergeschichten zum Vorlesen & Anhören

Auf dieser Webseite findest du tolle Geschichten zum Vorlesen für kleine und große Kindern. Entweder einfach zwischendurch zum Entspannen oder abends als „Gute Nacht“-Geschichte, diese kindergerechten Geschichten passen immer.

Wir wünschen dir ganz viel Spaß beim Lesen oder Anhören.

P.S.: Du kannst Onkel Guidos Geschichten auch auf den folgenden Plattformen anhören.

Noch mehr schöne Geschichten entdecken
..
Onkel Guido abonnieren 🎁