

Hoch oben im geheimnisvollen Wuppertal, wo der Winter besonders lange bleibt, lebte ein Ritter, der Hoffnung brachte, wenn die Nächte kalt wurden.
Sein Name war Tobi, und wenn Schnee fiel, begann seine wichtigste Zeit.
Viel Spaß mit dieser Gute-Nacht-Geschichte.
...
Wuppertal war ein geheimnisvoller Ort.
Schon seit hunderten von Jahren wusste man dort:
Wenn der Winter kam, dann kam er richtig.
Der Schnee fiel leise.
Und blieb.
Er legte sich auf die Dächer der Burgen.
Auf die Wege der Dörfer.
Und auf die Bäume in den Tälern.
Die Nächte wurden lang.
Und kalt.
Sehr kalt.
In diesen Nächten saßen die Menschen dicht beieinander.
Sie zündeten Kerzen an.
Hörten den Wind.
Und hofften.
Genau dann brauchten sie jemanden wie Tobi.
Tobi war ein Ritter.
Mutig.
Ruhig.
Und freundlich.
Eigentlich hieß er Tobias.
Aber alle nannten ihn Tobi.
Weil er immer lächelte.
Auch im tiefsten Schnee.
Tobi wohnte in einer kleinen Burg oberhalb des Tals.
Keine große Burg.
Keine prunkvolle Burg.
Aber eine warme.
Wenn Tobi morgens die schwere Holztür öffnete,
knirschte der Schnee unter seinen Stiefeln.
„Heute wird ein langer Tag“, sagte er dann leise.
Und machte sich auf den Weg.
Denn Tobi hatte eine Aufgabe.
Er beschützte die Menschen.
Nicht nur vor Gefahren.
Sondern auch vor Angst.
„Ein Ritter kämpft nicht nur mit dem Schwert“,
sagte Tobi oft.
„Sondern auch mit Mut im Herzen.“
An einem besonders kalten Winterabend klopfte es an seine Burg.
Ganz vorsichtig.
Tobi öffnete die Tür.
Vor ihm stand ein Dorfbewohner.
„Ritter Tobi“, sagte der Mann zitternd.
„Die Nacht wird schlimm.
Der Schnee ist hoch.
Und die Menschen haben Angst.“
Tobi nickte ruhig.
„Dann ist es Zeit, durch die Dörfer zu gehen.“
Er zog seinen Mantel an.
Setzte seinen Helm auf.
Und nahm seine Laterne.
Ein warmes Licht leuchtete darin.
Als Tobi losging, raschelte es im Schnee.
Ein kleiner Fuchs tauchte auf.
Ganz leise.
Er setzte sich an den Wegesrand.
Sah Tobi an.
Und folgte ihm.
Unauffällig.
Im ersten Dorf warteten die Menschen bereits.
Kinder schauten aus den Fenstern.
„Da ist er“, flüsterte jemand.
„Ritter Tobi ist da.“
Tobi hob die Hand.
„Habt keine Angst“, sagte er ruhig.
„Der Winter ist stark,
aber wir sind stärker.“
Die Menschen atmeten auf.
Tobi ging von Haus zu Haus.
Er prüfte die Türen.
Half beim Holztragen.
Sprach mit den Kindern.
„Warum schneit es so lange?“,
fragte ein kleines Mädchen.
Tobi lächelte.
„Weil der Winter uns zeigen will,
wie gut wir zusammenhalten können.“
Das Mädchen nickte ernst.
Die Nacht wurde dunkler.
Der Wind heulte.
Doch Tobi ging weiter.
Der kleine Fuchs lief neben ihm.
Manchmal blieb er stehen.
Manchmal setzte er sich.
Aber er wich nicht von Tobis Seite.
Als Tobi das letzte Dorf erreichte,
war er müde.
Sehr müde.
Er setzte sich auf eine Bank.
Der Fuchs setzte sich neben ihn.
„Du bist auch noch da“,
flüsterte Tobi.
Der Fuchs legte den Kopf schief.
Und blinzelte.
Über den Dächern leuchteten nun viele Lichter.
Kerzen.
Feuerstellen.
Fenster voller Wärme.
Die Menschen waren ruhig geworden.
Nicht, weil der Winter vorbei war.
Sondern weil sie Hoffnung hatten.
Tobi machte sich auf den Rückweg.
Der Schnee fiel weiter.
Ganz sanft.
Als würde er alles zudecken wollen.
Oben an seiner Burg angekommen,
drehte Tobi sich noch einmal um.
„Morgen bin ich wieder da“,
sagte er leise.
Der kleine Fuchs verschwand im Schnee.
Die Burgtür schloss sich.
Und Wuppertal schlief ein.
Warm.
Geborgen.
Beschützt.
Tobi legte seinen Helm ab.
Setzte sich ans Feuer.
Und lächelte.
Denn er wusste:
Solange der Winter da war,
würden die Menschen nicht allein sein.

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Wir wünschen dir ganz viel Spaß beim Lesen oder Anhören.
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P.S.: Du kannst Onkel Guidos Geschichten auch auf den folgenden Plattformen anhören.