Bibi, die kleine Bummelbiene

Onkel Guido
Onkel Guido
Bibi, die kleine Bummelbiene
Schon mitbekommen? 🦊 Im Onkel Guido Club gibt es exklusive Gute-Nacht-Geschichten, die du auf einen Kreativ-Tonie (o. Ä.) laden kannst, sodass dein Nachwuchs ohne Screen und mit der vertrauten Stimme von Onkel Guido einschläft.
Jetzt dabei sein 🦊

Bibi ist keine gewöhnliche Biene – sie fliegt langsamer als alle anderen, träumt beim Fliegen und entdeckt dabei die wundersamsten Dinge.

Während ihre Schwestern eilig Nektar sammeln, bummelt Bibi lieber durch den Tag und lauscht den Stimmen des Waldes.

Eines Tages hört sie ein leises Wimmern unter einem Blatt – und plötzlich beginnt ein Abenteuer, das Mut, Freundlichkeit und offene Augen verlangt.

Viel Spaß mit dieser Gute-Nacht-Geschichte.

...

Hoch oben zwischen blühenden Obstbäumen lebte eine ganz besondere kleine Biene.

Ihr Name war Bibi, und sie war anders als all die anderen Bienen aus ihrem Stock.

Während ihre Geschwister fleißig von Blüte zu Blüte summten und Nektar sammelten, trödelte Bibi oft verträumt durch die Luft.

Sie ließ sich von den Sonnenstrahlen kitzeln, bewunderte die glitzernden Tautropfen auf den Blättern und unterhielt sich mit Schmetterlingen und Marienkäfern.

„Du bist eine richtige Bummelbiene“, sagte Oma Berta eines Tages liebevoll zu ihr.

Bibi kicherte.

„Ist das schlimm?“, fragte sie.

„Nein, mein Schatz“, antwortete die alte Biene. „Du siehst Dinge, die andere im Eifer des Fliegens übersehen.“

Eines warmen Frühlingstages sollte der ganze Bienenstock an einer großen Sammelaktion teilnehmen.

Die Blumenwiese im Süden war voller frischer Blüten, und Königin Aurelia hatte angeordnet, dass jede Biene so viel Nektar wie möglich mitbringen sollte.

Auch Bibi machte sich auf den Weg, aber wie immer flog sie nicht geradeaus, sondern nahm Umwege.

Sie bestaunte eine Schnecke, die langsam über einen Stein kroch, plauderte mit einer Libelle am Bach und tanzte ein paar Runden mit einem flatternden Bläuling.

Währenddessen füllten die anderen Bienen eilig ihre Honigblasen und summten hin und her zwischen Wiese und Bienenstock.

„Ach Bibi“, brummte Theo, der Wächter der Sammelgruppe. „Du wirst nie rechtzeitig fertig, wenn du dauernd bummelst.“

Bibi zuckte mit den Flügelchen.

„Aber ich habe etwas entdeckt, das ganz wunderbar ist!“, rief sie.

„Wir haben jetzt keine Zeit für Wunder“, brummelte Theo und sauste weiter.

Bibi seufzte.

Sie wollte doch nicht stören.

Also flog sie weiter, ganz langsam, mit offenen Augen und offenen Ohren.

Da hörte sie plötzlich ein leises Wimmern unter einem Blatt.

Neugierig schwebte sie näher und entdeckte ein winziges Glühwürmchenkind, das sich verirrt hatte.

„Hallo, ich heiße Bibi“, sagte sie freundlich. „Was machst du denn hier ganz allein?“

„Ich heiße Lumo“, schniefte das Glühwürmchen. „Ich hab meine Familie verloren.“

Bibi setzte sich zu ihm.

„Weißt du was? Ich helfe dir, sie zu finden“, versprach sie und summte beruhigend.

Zusammen flogen sie durch das hohe Gras, vorbei an Klee und Gänseblümchen.

Bibi fragte eine Ameise, ob sie Lumos Familie gesehen habe, dann eine Hummel, schließlich sogar einen alten Regenwurm.

Schließlich führte eine Spinne sie zu einer kleinen Höhle unter einem Baumstamm, in der viele Glühwürmchen leuchteten.

„Lumo!“, rief eine helle Stimme, und ein größeres Glühwürmchen flatterte herbei.

„Mama!“, quietschte Lumo und schloss seine Flügel um sie.

Bibi lächelte.

„Danke, liebe Biene“, sagte Lumos Mutter gerührt. „Du bist wirklich etwas ganz Besonderes.“

„Ich bin eben eine Bummelbiene“, kicherte Bibi.

Als sie endlich zur Blumenwiese zurückkehrte, war es schon spät.

Die anderen Bienen hatten ihre Arbeit längst getan und flogen zurück zum Stock.

„Du kommst ganz schön spät“, sagte Theo streng.

Doch bevor er weiter schimpfen konnte, tauchte Königin Aurelia auf.

„Was ist denn hier los?“, fragte sie.

Bibi trat mutig vor.

„Majestät, ich habe heute kein Nektar gesammelt“, begann sie.

„Aber ich habe ein verlorenes Glühwürmchen gerettet und ihm geholfen, seine Familie zu finden.“

Die Königin legte den Kopf schief.

Dann lächelte sie.

„Das ist eine sehr ehrenvolle Tat, kleine Biene“, sagte sie warm. „Es braucht Mut und ein großes Herz, um jemandem in Not zu helfen.“

Alle Bienen schauten nun anders auf Bibi.

Nicht mehr als die, die trödelte – sondern als die, die hinsah.

Von diesem Tag an durfte Bibi offiziell die Aufgabe übernehmen, sich um besondere Dinge zu kümmern.

Sie wurde zur „Entdeckerbiene“ ernannt und erhielt ein kleines goldenes Kleeblatt an ihren Fühlern.

Und so summte Bibi weiter durch die Welt – langsam, neugierig und mit einem offenen Herzen.

Sie half, wo sie konnte, lauschte den Geschichten der Blumen und fand sogar eine vergessene Quelle, aus der die Bienen nun trinken konnten.

Und jedes Mal, wenn jemand sie fragte, warum sie so lange brauche, lächelte sie nur und sagte:

„Manchmal findet man Wunder – wenn man sich Zeit lässt.“

Hallo, ich bin Onkel Guido
… ich komme aus dem schönen Köln, bin selbst Vater und seit neustem auch Opa. :) Auf dieser Seite findest du Geschichten für Kinder und Erwachsene. Schön, dass du da bist!
Kostenlos für dich
& deinen nachwuchs
Jede Woche neue Geschichten 🦊
Onkel Guido abonnieren 🎁
Bonus: Nach der erfolgreichen Anmeldung kannst du direkt 101 tolle Ausmalbilder zum Ausdrucken herunterladen 🥳

Wundervolle Kindergeschichten zum Vorlesen & Anhören

Auf dieser Webseite findest du tolle Geschichten zum Vorlesen für kleine und große Kinder. Entweder einfach zwischendurch zum Entspannen oder abends als „Gute Nacht“-Geschichte, diese kindergerechten Geschichten passen immer.

Wir wünschen dir ganz viel Spaß beim Lesen oder Anhören.

P.S.: Du kannst Onkel Guidos Geschichten auch auf den folgenden Plattformen anhören.

Noch mehr schöne Geschichten entdecken
..
Onkel Guido abonnieren 🎁