Freundschaftsgeschichtenca. 4 Min Vorlesezeit

Die kleine Motte, Lulu

Die kleine Motte, Lulu
Vorlesen im dunklen Kinderzimmer?

Lulu, die kleine Motte, fühlt sich oft einsam, weil die Menschen sie vertreiben. Doch eines Nachts trifft sie ein Mädchen, das zuhört und versteht, wie wichtig Motten für die Natur sind. Eine liebevolle Geschichte über Freundschaft, Mut und den Wert der Kleinsten.

Lulu war eine winzige, hellgraue Motte.

Ihre Flügel glitzerten im Mondlicht wie zarte Seide.

Doch so hübsch sie auch war – kaum jemand freute sich, wenn Lulu auftauchte.

Die Menschen schrien, wenn sie durchs Zimmer flatterte.

Manche wedelten mit Tüchern, andere jagten sie mit der Hand.

„Warum nur?“, seufzte Lulu traurig.

„Ich will doch nur Freunde finden.“

Nacht für Nacht flog sie durch die Straßen.

Hinter Fenstern sah sie Kinder lachen und Familien beisammensitzen.

Aber sobald sie näherkam, wurde sie verjagt.

Ihr Herzchen wurde schwer.

Eines Abends flatterte Lulu in einen Garten.

Dort saß ein kleines Mädchen auf der Schaukel.

Sie hieß Mia, hatte Sommersprossen und schaute verträumt in den Himmel.

Lulu fasste all ihren Mut zusammen und setzte sich vorsichtig auf Mias Hand.

Die Kleine erschrak kurz, doch dann staunte sie.

„Du bist ja gar nicht gruselig … du bist wunderschön!“, flüsterte Mia.

Lulu lächelte mit ihren winzigen Fühlern.

„Danke, Mia. Viele haben Angst vor mir, aber eigentlich helfe ich der Natur.“

Mia neigte neugierig den Kopf.

„Wirklich? Aber wie?“

„Nachts bestäube ich Blumen, so wie die Bienen am Tag.

Ohne uns gäbe es weniger Blüten und Früchte.

Und außerdem bin ich ein wichtiger Teil für die Vögel – sie brauchen mich als Futter, damit ihre Kinder groß werden können.“

Mia hörte gespannt zu.

„Das klingt ja richtig wichtig! Dann bist du ja ein kleiner Helfer des Mondes.“

Lulu flatterte vor Freude.

Zum ersten Mal hatte jemand verstanden, wie wertvoll sie war.

Von diesem Abend an erzählte Mia allen, die sie kannte, von ihrer neuen Freundin.

Sie erklärte, dass Motten nicht eklig oder gefährlich sind, sondern fleißige Nachtarbeiterinnen.

Und so geschah es, dass Lulu endlich Freunde fand.

Im Garten wurde sie nun mit Freude begrüßt, und manchmal setzte sie sich wieder auf Mias Hand.

Das Mädchen kicherte dann und flüsterte:

„Du bist unsere kleine Mondbotin, Lulu.“

Und Lulu wusste:

Auch die Kleinsten können eine große Bedeutung haben.

Ende 🌙 Gute Nacht!

Schon bereit für morgen Abend? 🦊

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