Die zwei kleinen Hasen & der Schnee, der alles leise machte

Onkel Guido
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Als die zwei kleinen Hasen an diesem Morgen aus ihrem Bau krabbelten, sah die Welt ganz anders aus als sonst.

Alles war weiß, still und zugedeckt.

Viel Spaß mit dieser Gute-Nacht-Geschichte.

...

Ganz früh am Morgen regte sich etwas im Hasenbau.

Zwei kleine Nasen wackelten.

Zwei paar lange Ohren streckten sich.

Und dann krochen Hoppel und Flöckchen aus ihrem warmen Bau ins Freie.

Sie blinzelten.

Und blieben stehen.

Die ganze Welt war weiß.

Der Boden.

Die Sträucher.

Die Wege.

Alles war eingeschneit.

Hoppel“, flüsterte Flöckchen,

„wo ist denn das Gras?“

Hoppel kratzte mit der Pfote im Schnee.

Weg“, murmelte er.

„Alles weg.“

Flöckchens Bauch knurrte leise.

„Hungrig sein ist doof“, sagte sie.

Hoppel nickte.

„Hungrig sein mag niemand.

Auch kleine Hasen nicht.“

Sie hoppelten ein Stück weiter.

Aber überall lag Schnee.

Kein Blatt schaute hervor.

Keine Knospe.

Kein Halm.

Flöckchen setzte sich hin.

„Was machen wir jetzt?“

Hoppel dachte nach.

Dann hellte sich sein Blick auf.

„Wir fragen Tante Hilde.“

Tante Hilde wohnte im Nachbarbau.

Sie war schon sehr alt.

Und wusste fast alles.

Die beiden klopften vorsichtig.

„Tante Hilde?“

„Kommt rein, ihr zwei“,

sagte eine warme Stimme.

Tante Hilde schaute sie freundlich an.

„Ihr seht hungrig aus.“

Flöckchen nickte.

„Alles ist eingeschneit.“

Tante Hilde lächelte ruhig.

Ja“, sagte sie.

„Aber es gibt immer einen Weg.“

Sie dachte kurz nach.

Dann sagte sie:

„Hoppelt doch zu Emmi und Louisa.

Bei ihnen gibt es oft kleine und große Möhrchen.

Vielleicht teilen sie mit euch.“

Hoppels Augen leuchteten.

„Teilen ist gut“, sagte er.

Flöckchen nickte.

„Das probieren wir.“

Sie bedankten sich

und hoppelten los.

Der Schnee knirschte leise unter ihren Pfoten.

Es war kalt.

Aber die Hoffnung hüpfte mit.

Unterwegs huschte ein kleiner Fuchs zwischen den Büschen hervor.

Er setzte sich.

Sah ihnen nach.

Und verschwand wieder.

Ganz unauffällig.

Bei Emmi und Louisa angekommen, klopften sie an die Tür.

Hallo?“, rief Hoppel.

Die Tür öffnete sich.

Emmi und Louisa standen da.

Oh“, sagte Louisa,

„ihr kommt wegen der Möhrchen, oder?“

Flöckchen nickte vorsichtig.

Emmi senkte den Blick.

„Wir hatten welche“,

sagte sie leise.

„Aber wir haben sie zum Hasentreffpunkt gebracht.

Für die, die gar nichts mehr haben.“

Hoppel spürte einen Kloß im Bauch.

Nicht nur vor Hunger.

Flöckchen seufzte.

„Das ist nett“, sagte sie.

Emmi nickte.

„Wir hoffen, der Schnee bleibt nicht lange.“

Die beiden kleinen Hasen verabschiedeten sich.

Sie waren ein bisschen traurig.

Aber auch stolz auf Emmi und Louisa.

Der Rückweg war stiller.

Der Schnee fiel weiter.

Flöckchen sagte leise:

„Ich hoffe, Tante Hilde hatte recht.“

Hoppel nickte.

„Ich hoffe das auch.“

Als sie wieder im Bau ankamen,

roch es plötzlich warm.

Sehr warm.

Tante Hilde stand über einem Topf.

„Da seid ihr ja“,

sagte sie freundlich.

„Ich habe nochmal nachgeschaut.“

Sie rührte langsam um.

„Das ist eine Suppe“,

erklärte sie.

„Aus Rinde, Knospen und jungen Zweigen.

Von Weide, Espe, Birke und Eberesche.

Dazu Knollen, Wurzeln und ein paar Wildkräuter.“

Flöckchens Augen wurden groß.

„Das riecht gut.“

Hoppel nickte.

„Sehr gut.“

Sie setzten sich zusammen.

Der Topf dampfte.

Die Suppe war warm.

Und sättigend.

„Manchmal“,

sagte Tante Hilde leise,

„kommt Hilfe erst, wenn man glaubt, es gibt keine mehr.“

Hoppel lächelte.

Flöckchen kuschelte sich an sie.

Draußen lag noch immer Schnee.

Aber im Bau war es warm.

Und ruhig.

Und satt.

Der kleine Fuchs saß draußen im Schnee.

Hörte nichts.

Sah nichts.

Aber er wusste:

Alles war gut.

Hallo, ich bin Onkel Guido
… ich komme aus dem schönen Köln, bin selbst Vater und seit neustem auch Opa. :) Auf dieser Seite findest du Geschichten für Kinder und Erwachsene. Schön, dass du da bist!
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