Josefina kann es kaum erwarten – heute ist ihr Geburtstag, und zur Feier des Tages macht sie mit ihrer Familie eine Schifffahrt auf dem Rhein.
Ihr bester Freund Gerd begleitet sie, doch er hat eine ungewöhnliche Sorge: Muss er etwa rudern?
Auf ihrer Reise entdecken sie Burgen, eine geheimnisvolle Ruine und vielleicht sogar einen echten Drachen.
Viel Spaß mit dieser Gute-Nacht-Geschichte.
...
Der große Tag war endlich da!
Josefina wachte früh auf und sprang voller Vorfreude aus dem Bett.
Heute war ihr Geburtstag, und es sollte ein ganz besonderer werden.
Denn sie würde mit ihrer Familie eine Schifffahrt auf dem Rhein machen – und das Beste daran: Sie durfte kostenlos mitfahren!
„Guten Morgen, Geburtstagskind!“, rief ihre Mama und drückte ihr einen Kuss auf die Stirn.
Josefina grinste.
„Guten Morgen! Ist Gerd schon da?“
Gerd war ihr bester Freund, und er hatte sich genauso sehr auf diesen Tag gefreut wie sie.
„Er wird gleich kommen“, sagte Papa. „Aber erst einmal frühstücken!“
Am Tisch warteten frische Brötchen, bunte Luftballons und eine kleine Geburtstagstorte.
Josefina pustete die Kerzen aus und wünschte sich etwas.
Dann klingelte es an der Tür.
Gerd stand draußen – mit einem großen Paket in den Händen.
„Alles Gute zum Geburtstag, Josefina!“
Neugierig riss sie das Papier auf.
Darin lag ein kleines Fernglas.
„Für unsere Schifffahrt“, erklärte Gerd. „Damit du den Drachen auf dem Drachenfels besser sehen kannst!“
Josefina lachte.
„Den gibt es doch gar nicht!“
„Vielleicht doch“, meinte Gerd geheimnisvoll.
Nach dem Frühstück ging es los zum Schiffsanleger.
Josefinas Großeltern warteten bereits dort und winkten ihnen zu.
„Seid ihr bereit für unser Abenteuer?“, fragte Opa.
„Ja!“, rief Josefina begeistert.
Das Schiff der Köln-Düsseldorfer lag schon am Steg.
Es war riesig und glänzte in der Morgensonne.
„Wo sind die Ruder?“, fragte Gerd skeptisch.
„Ruder?“, wiederholte Opa lachend. „Das ist ein großes Schiff, das fährt mit Motor!“
Gerd seufzte erleichtert.
„Dann muss ich ja doch nicht rudern.“
Sie stiegen an Bord und suchten sich einen Platz auf dem Oberdeck.
Der Wind wehte ihnen um die Nase, während das Schiff langsam vom Ufer ablegte.
Josefina lehnte sich über die Reling und beobachtete das Wasser.
„Schau mal, eine Möwe!“, rief sie.
Gerd holte sein Fernglas heraus und entdeckte noch mehr Vögel, die über den Rhein flogen.
Langsam fuhr das Schiff an alten Burgen und grünen Weinbergen vorbei.
Josefina liebte diese Landschaft – es fühlte sich an wie in einem Märchen.
Nach einer Weile kam der Drachenfels in Sicht.
Der hohe Felsen ragte über dem Fluss auf, und ganz oben konnte man eine alte Burgruine erkennen.
„Da ist er!“, rief Gerd aufgeregt. „Der Drachenfels!“
Er hielt das Fernglas vor die Augen.
„Ich sehe ihn! Den Drachen!“
Josefina riss ihm das Fernglas aus der Hand.
„Echt jetzt?“
Sie schaute genau hin, doch natürlich war da kein Drache.
Nur ein paar Wanderer, die zur Burgruine hochliefen.
„Gerd, du Schwindler!“, lachte sie.
„Na gut, vielleicht war es doch nur ein großer Vogel …“, gab er zu.
Als sie in Königswinter ankamen, stiegen sie aus.
Josefinas Großeltern kannten einen schönen Weg hinauf zur Burgruine.
„Wollt ihr zu Fuß gehen oder mit der Drachenfelsbahn fahren?“, fragte Opa.
„Mit der Bahn!“, entschied Josefina.
Die kleine Zahnradbahn fuhr langsam den Berg hinauf, und sie konnten dabei den Rhein immer kleiner werden sehen.
Oben angekommen, staunte Josefina.
Die alte Burg sah aus wie ein echtes Ritterschloss.
Sie liefen durch die alten Gemäuer, stellten sich vor, wie hier früher Ritter und Burgfräulein gelebt hatten – und vielleicht ja doch ein kleiner Drache.
Nach einer großen Portion Pommes ging es mit dem Schiff wieder zurück.
Josefina lehnte sich an ihre Oma.
„Das war der beste Geburtstag aller Zeiten.“
Oma strich ihr über die Haare.
„Dann machen wir das nächstes Jahr wieder.“
Josefina lächelte.
„Ja, aber dann will ich einen echten Drachen sehen!“
Alle lachten – und das Schiff fuhr langsam in den Sonnenuntergang.
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Wir wünschen dir ganz viel Spaß beim Lesen oder Anhören.
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