Abenteuergeschichtenca. 5 Min Vorlesezeit Auch zum Anhören und Herunterladen

Opa, Louisa & das Hotel für Insekten

Opa, Louisa & das Hotel für Insekten
Vorlesen im dunklen Kinderzimmer?

Onkel Guido liest vor

0:004:42

Ein sonniger Nachmittag, ein liebevoller Opa, eine neugierige Enkelin - und plötzlich wird ein ganz gewöhnlicher Spaziergang zu einem kleinen Abenteuer voller Fantasie. Diese Geschichte zeigt, wie viel Magie in den kleinen Momenten steckt. Viel Freude beim Vorlesen!

Manchmal beginnt ein großes Abenteuer ganz klein - zum Beispiel mit einem Eis in der Hand und einer Entdeckung am Wegesrand.

Es war ein sonniger Nachmittag, als Opa sein Enkelchen Louisa von der Kita abholte. Louisa hatte bunte Haarklammern im Zopf, ein paar Sommersprossen auf der Nase und war wie immer voller Fragen.

„Opaaaa“, rief sie fröhlich, als sie ihn sah, „gehen wir heute ein Eis essen?“

„Natürlich, mein Spatz“, lachte Opa und reichte ihr die Hand. „Ich hab mich schon den ganzen Tag drauf gefreut.“

Gemütlich schlenderten sie die Straße entlang, vorbei an bunten Vorgärten, einem kleinen Zebrastreifen und einem alten Apfelbaum, der schon erste Früchte trug. Auf einmal blieb Louisa stehen.

„Was ist das denn da?“ Sie zeigte auf ein hölzernes Gebilde am Rand des Weges. Es sah aus wie ein kleines Fachwerkhaus - aber viel, viel kleiner.

„Das ist ein Insektenhotel“, erklärte Opa.

„Ein Hotel? Für Käfer?!“, staunte Louisa mit großen Augen.

„Ja. Da können Wildbienen, Marienkäfer und andere kleine Insekten Pause machen oder sogar übernachten.“

Louisa ging näher heran und beugte sich vor. „Schlafen die da wirklich?“

„Vielleicht“, sagte Opa nachdenklich. „Stell dir vor, sie machen hier Rast, bevor sie weiterfliegen. Vielleicht wollen sie über die große Straße - und das ist ja ganz schön aufregend für so kleine Flügel.“

„Wie bei einem Abenteuer!“, rief Louisa. „Erst ausruhen - und dann ab in den Wald!“

„Ganz genau. Vielleicht besuchen sie ihre Verwandten dort oder wollen Blütennaschen auf der anderen Seite.“

Louisa nickte ernst. „Dann stören wir lieber nicht. Die brauchen ihre Ruhe.“

Beide lächelten – und gingen weiter, bis sie das kleine Eiscafé am Marktplatz erreichten. Es war angenehm schattig unter einer alten Linde, und auf einer Holzbank war gerade ein Plätzchen frei.

„Ein Vanilleeis für das Fräulein Louisa“, sagte Opa mit einem Augenzwinkern, „und ein Schokoladeneis für den alten Herrn.“

„Du bist nicht alt“, meinte Louisa und leckte schon an ihrem Eis. „Du bist Opa.“

Sie setzten sich auf die Bank, ließen die Beine baumeln und schauten den Leuten zu, wie sie vorbeispazierten.

„Opa?“, fragte Louisa leise. „Wenn ich ein Insekt wär, dann wärst du mein Hotel.“

Opa schaute sie überrascht an. „Wieso das denn?“

„Weil ich bei dir immer Pause machen kann. Und mich sicher fühl.“

Opa schmolz fast - nicht wegen der Sonne, sondern wegen dieses kleinen großen Satzes.

Er strich ihr über den Kopf und flüsterte: „Dann bleib so lange du willst, mein kleiner Marienkäfer.“

Und so saßen sie da - ein Opa, eine Enkelin, zwei Eistüten und ein Herz voller Sommer.

Ende 🌙 Gute Nacht!

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