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Sam, der kleine Kolibri & das Geheimnis der leisen Flügel

Sam, der kleine Kolibri & das Geheimnis der leisen Flügel
Vorlesen im dunklen Kinderzimmer?

Onkel Guido liest vor

0:008:48

Sam ist winzig klein, schneller als der Wind und hat ein Herz voller Neugier.

In dieser liebevollen Gute-Nacht-Geschichte entdeckt er, dass man auch mit leisen Flügeln Großes bewirken kann.

Sam war ein kleiner Kolibri.

Sehr klein sogar.

Seine Flügel waren so zart, dass sie im Sonnenlicht schimmerten wie feiner Staub aus Regenbogenfarben.

Wenn Sam flog, hörte man nur ein leises Summen.

Fast wie ein Flüstern.

Sam lebte am Rand eines warmen Waldes, dort, wo Blumen in allen Farben blühten.

Er liebte diesen Ort.

Doch Sam hatte ein kleines Problem.

Er war schneller als alle anderen.

So schnell, dass er manchmal gar nicht merkte, was um ihn herum geschah.

Wenn Sam von Blume zu Blume flog, blieb keine Zeit zum Schauen.

Keine Zeit zum Staunen.

Keine Zeit zum Zuhören.

Eines Morgens wachte Sam besonders früh auf.

Die Sonne lugte gerade erst über die Baumwipfel.

Der Tau glitzerte auf den Blättern.

„Heute fliege ich bis zur großen Wiese“, sagte Sam stolz.

„Ganz allein.“

Er schlug mit den Flügeln und sauste los.

Vorbei an roten Blüten.

Vorbei an gelben Blüten.

Vorbei an violetten Blüten.

Alles verschwamm zu Farben.

Plötzlich hörte Sam ein leises Geräusch.

Ein ganz sanftes Rascheln.

Er bremste.

Schwebte.

Und schaute sich um.

Unter einem Busch saß ein kleiner Fuchs.

Ganz still.

Mit glänzenden Augen.

Der Fuchs schaute Sam neugierig an.

Sam schaute zurück.

„Du bist ja winzig“, flüsterte der Fuchs.

„Und du bist ja rot“, antwortete Sam leise.

Der Fuchs lächelte.

Dann kroch er langsam davon.

Sam blieb noch einen Moment in der Luft stehen.

So still hatte er noch nie geflogen.

Weiter ging es zur großen Wiese.

Dort summte und brummte es.

Bienen sammelten Nektar.

Schmetterlinge tanzten.

Eine alte Schildkröte lag im Gras.

„Guten Morgen“, sagte Sam freundlich.

„Guten Morgen“, antwortete die Schildkröte langsam.

„Du bist sehr schnell unterwegs“, sagte sie.

Sam nickte stolz.

„Ich bin der Schnellste im ganzen Wald.“

Die Schildkröte lächelte.

„Aber hast du heute schon etwas Schönes gesehen?“

Sam dachte nach.

Er wusste es nicht.

Er hatte alles nur im Vorbeifliegen gesehen.

„Bleib doch kurz“, sagte die Schildkröte.

„Schau dir die Blumen an.“

Sam zögerte.

Dann setzte er sich auf eine Blüte.

Ganz vorsichtig.

Die Blume wippte leicht.

Sie roch süß.

Sam schloss die Augen.

Zum ersten Mal.

Er hörte den Wind.

Er hörte das Summen der Bienen.

Er hörte sein eigenes Herz.

Es klopfte ruhig.

„Das fühlt sich gut an“, flüsterte Sam.

Plötzlich zog eine dunkle Wolke auf.

Der Wind wurde stärker.

Die Blumen bogen sich.

Ein kleines Käferkind wurde vom Wind erfasst.

Es rollte über die Wiese.

„Hilfe“, rief der Käfer.

Sam öffnete die Augen.

Er zögerte nicht.

Er flog los.

Nicht schnell.

Sondern vorsichtig.

Mit ruhigen Flügelschlägen.

Er schwebte über den Käfer.

Schützte ihn mit seinem Körper vor dem Wind.

„Danke“, sagte der Käfer leise.

Sam lächelte.

Noch nie hatte er sich so mutig gefühlt.

Der Wind legte sich.

Die Wolke zog weiter.

Die Sonne kam zurück.

Die Schildkröte nickte zufrieden.

„Manchmal“, sagte sie, „ist langsam sein viel stärker als schnell sein.“

Sam flog später zurück nach Hause.

Nicht hastig.

Nicht flatternd.

Sondern ruhig.

Auf einem Ast saß wieder der kleine Fuchs.

Er gähnte.

„Du fliegst heute anders“, sagte er.

Sam nickte.

„Ich sehe mehr.“

Der Fuchs lächelte und kuschelte sich zusammen.

Sam setzte sich in sein Blätterbett.

Die Flügel müde.

Das Herz warm.

Der Wald wurde leise.

Die Sterne funkelten.

Sam schlief ein.

Mit dem Gefühl, genau richtig zu sein.

Ende 🌙 Gute Nacht!

Schon bereit für morgen Abend? 🦊

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