Sandy, der Gartenzwerg mit dem großen Herzen

Onkel Guido
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Sandy, der Gartenzwerg mit dem großen Herzen
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Sandy ist ein kleiner Gartenzwerg mit roter Mütze, runden Backen und einem Herzen, das viel größer ist, als man auf den ersten Blick sieht. In einem alten Garten entdeckt er, dass selbst die kleinsten Helfer Großes bewirken können.

Viel Spaß mit dieser Gute-Nacht-Geschichte.

...

Es war einmal ein kleiner Gartenzwerg namens Sandy.

Er wohnte in einem gemütlichen Garten hinter einem gelben Haus mit weißen Fensterläden.

Sandy hatte eine rote Zipfelmütze, eine grüne Jacke und eine winzige Schubkarre, die er sehr liebte.

Jeden Morgen, wenn die ersten Sonnenstrahlen über den Zaun kletterten, stellte sich Sandy gerade hin, legte beide Hände auf seinen Bauch und sagte leise:

„Guten Morgen, lieber Garten. Ich passe auf dich auf.“

Natürlich wusste niemand im Haus, dass Sandy sprechen konnte.

Für die Menschen sah er aus wie ein ganz normaler Gartenzwerg.

Aber sobald die Haustür zufiel und niemand mehr hinschaute, begann Sandys Tag.

Er zupfte kleine welke Blätter von den Blumen.

Er schob Kiesel vom Gartenweg.

Er tröstete die Schnecken, wenn sie sich im Salat verlaufen hatten.

Und manchmal erzählte er den Tomatenpflanzen lustige Geschichten, damit sie schneller rot wurden.

Der Garten war sein Zuhause.

Und Sandy war sehr stolz darauf.

Eines Abends aber merkte Sandy, dass etwas nicht stimmte.

Die Blumen hingen traurig mit den Köpfen nach unten.

Die Sonnenblumen flüsterten nicht mehr im Wind.

Sogar der alte Apfelbaum, der sonst immer leise knackte und raschelte, war ganz still.

Sandy runzelte die Stirn.

„Was ist denn los mit euch?“, fragte er.

Die kleine Ringelblume neben dem Gartenweg seufzte.

„Wir haben Durst, Sandy.“

Sandy sah zum Himmel.

Dort hing kein einziges Wölkchen.

Nur der Mond schaute rund und silbern auf den Garten hinab.

Seit vielen Tagen hatte es nicht geregnet.

Der Boden war trocken und rissig.

Die Regentonne war fast leer.

Und die Gießkanne stand verlassen neben dem Schuppen.

Sandy nickte ernst.

„Dann muss ich helfen.“

Er marschierte zur Gießkanne.

Sie war viel größer als er.

Sehr viel größer.

Sandy stellte sich auf die Zehenspitzen und versuchte, den Griff zu erreichen.

Es klappte nicht.

Er sprang.

Die Mütze wackelte.

Es klappte immer noch nicht.

Dann stemmte er beide Hände in die Seiten.

„Na gut“, murmelte er. „Dann eben anders.“

Er holte seine kleine Schubkarre.

Dann nahm er einen winzigen Blumentopf, der hinter dem Schuppen lag, und füllte ihn mit dem letzten Wasser aus der Regentonne.

Tropf.

Tropf.

Tropf.

Ganz vorsichtig schob Sandy den Blumentopf in seiner Schubkarre durch den Garten.

Zuerst bekam die Ringelblume etwas Wasser.

Dann der Lavendel.

Dann die durstige Erdbeerpflanze.

Jedes Mal war es nur ein kleiner Schluck.

Aber jedes Mal richtete sich eine Pflanze ein kleines bisschen auf.

„Danke, Sandy“, flüsterten sie.

Sandy lächelte.

Doch der Garten war groß.

Und Sandy war klein.

Nach einer Weile setzte er sich erschöpft auf einen flachen Stein.

Seine Arme taten weh.

Seine Füße waren staubig.

Und seine rote Mütze hing schief.

Da raschelte es im Gebüsch.

Eine kleine Maus kam hervor.

Sie hieß Minna und wohnte unter den Himbeersträuchern.

„Warum siehst du so müde aus?“, fragte sie.

Sandy erzählte ihr von den durstigen Blumen.

Minna nickte.

„Dann helfe ich dir.“

Kurz darauf kam auch der Igel Bruno.

Dann flatterte die Amsel Lotta herbei.

Sogar eine Schnecke namens Theo kroch langsam, aber entschlossen über den Weg.

„Ich bin nicht schnell“, sagte Theo. „Aber ich bin dabei.“

Sandy sah seine Freunde an.

Sein kleines Herz wurde warm.

Gemeinsam schmiedeten sie einen Plan.

Minna und ihre Mäusefamilie rollten kleine Kiesel zur Seite, damit das Wasser besser zu den Beeten laufen konnte.

Bruno schob mit seiner Schnauze trockene Blätter um die Pflanzen, damit die Erde nicht so schnell austrocknete.

Lotta flog zum Fensterbrett und pickte vorsichtig gegen einen leeren Untersetzer, bis er herunterrutschte und im Gras landete.

Darin konnten sie Wasser sammeln.

Theo die Schnecke zog eine feuchte Spur durch die trockenste Ecke des Gartens und sagte stolz:

„Das ist mein Beitrag.“

Sandy lachte leise.

„Der ist wunderbar, Theo.“

Die ganze Nacht arbeiteten sie.

Nicht laut.

Nicht hektisch.

Sondern ruhig und freundlich, so wie man eben einem Garten hilft.

Als der Morgen kam, sah der Garten schon viel besser aus.

Die Blumen standen wieder etwas gerader.

Die Erdbeeren glänzten.

Und der alte Apfelbaum raschelte zufrieden mit den Blättern.

Gerade als Sandy sich wieder an seinen Platz stellen wollte, spürte er etwas Kühles auf seiner Nase.

Plitsch.

Dann noch einmal.

Plitsch.

Sandy schaute nach oben.

Eine kleine graue Wolke zog über den Garten.

Dann begann es zu regnen.

Ganz sanft.

Nicht wild und stürmisch.

Sondern wie ein leises Lied.

Die Tropfen fielen auf die Blumen, auf die Beete, auf den Apfelbaum und auf Sandys rote Mütze.

Sandy blieb einfach stehen.

Er lächelte.

Minna tanzte unter einem Blatt.

Bruno schnupperte in die nasse Erde.

Lotta badete in einer kleinen Pfütze.

Und Theo sagte:

„Ich glaube, heute ist ein guter Tag für Schnecken.“

Als die Familie im gelben Haus später in den Garten kam, blieb das kleine Mädchen vor Sandy stehen.

„Schau mal, Mama“, sagte sie. „Unser Gartenzwerg sieht heute irgendwie fröhlich aus.“

Mama lächelte.

„Vielleicht gefällt ihm der Regen.“

Sandy sagte natürlich nichts.

Er stand ganz still mit beiden Händen auf dem Bauch.

Aber unter seiner roten Mütze lächelte er heimlich.

Denn er wusste:

Man muss nicht groß sein, um wichtig zu sein.

Man muss nur ein Herz haben, das hilft.

Und manchmal reicht sogar ein kleiner Gartenzwerg, damit ein ganzer Garten wieder aufatmet.

Am Abend, als der Mond über den Zaun kletterte, flüsterten die Blumen:

„Gute Nacht, Sandy.“

Sandy zog seine Mütze ein bisschen tiefer.

„Gute Nacht, lieber Garten.“

Dann wurde alles still.

Nur der Regen tropfte noch leise von den Blättern.

Und Sandy träumte von Blumen, Freundschaft und einer Schubkarre voller Mondlicht.

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… ich komme aus dem schönen Köln, bin selbst Vater und seit neustem auch Opa. :) Auf dieser Seite findest du Geschichten für Kinder und Erwachsene. Schön, dass du da bist!
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