Wilde Prinzessinnen & das Geheimnis des leuchtenden Waldes. Eine sanfte Gute-Nacht-Geschichte für Kinder

Onkel Guido
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Wilde Prinzessinnen & das Geheimnis des leuchtenden Waldes. Eine sanfte Gute-Nacht-Geschichte für Kinder
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Im fernen Königreich hinter den goldenen Hügeln lebten Prinzessinnen, die nicht nur still in Türmen saßen, sondern mutig die Welt entdeckten.

Doch eines Abends führte sie ein leiser Wind zu einem Wald voller Wunder.

Viel Spaß mit dieser Gute-Nacht-Geschichte.

...

Im Königreich Sonnenfels begann jeder Morgen mit einem leisen Glitzern auf den Dächern der Türme.

Die Prinzessinnen dieses Landes waren anders als in alten Geschichten.

Sie kletterten auf Bäume.

Sie lachten laut.

Und manchmal rannten sie barfuß durch das Gras, bis der Wind ihre Haare tanzen ließ.

Prinzessin Mira war die Mutigste von allen.

Sie trug am liebsten ein Kleid mit vielen Taschen.

In einer Tasche lag ein kleiner Kompass.

In einer anderen ein Stück Kreide.

Und in der dritten ein runder, glatter Stein, der sich warm anfühlte.

„Man weiß nie, wann man etwas Wichtiges braucht“, sagte Mira oft.

Prinzessin Leni liebte Tiere mehr als alles andere.

Auf ihrer Schulter saß fast immer ein Spatz.

Und in ihrem Zimmer schliefen zwei Igel in einem Korb aus Moos.

„Tiere verstehen Geheimnisse besser als Menschen“, flüsterte sie manchmal.

Prinzessin Sora dagegen konnte wunderbar zuhören.

Wenn jemand traurig war, setzte sie sich einfach daneben.

Dann wurde alles langsam leichter.

An einem Abend, als die Sonne wie flüssiges Gold hinter den Hügeln versank, geschah etwas Seltsames.

Ein Wind kam auf, der nicht kühl war, sondern warm wie eine Umarmung.

Er trug einen leisen Duft nach Honig und Wald.

Und er flüsterte.

Ganz leise.

„Kommt mit.“

Mira hob den Kopf.

„Habt ihr das gehört?“

Leni nickte.

Der Spatz auf ihrer Schulter flatterte unruhig.

Sora stand langsam auf.

„Der Wind klingt nicht gefährlich“, sagte sie ruhig.

„Eher… traurig.“

Die drei Prinzessinnen sahen sich an.

Dann nickten sie gleichzeitig.

Sie holten keine Diener.

Keine Wachen.

Nur ihre kleinen Taschen voller Mut.

Barfuß gingen sie den Hügel hinunter.

Der Weg führte zum alten Wald, in den sich sonst niemand bei Nacht wagte.

Doch heute leuchteten zwischen den Bäumen tausend kleine Punkte.

Wie Sterne, die sich verirrt hatten.

Glühblumen“, flüsterte Leni staunend.

Noch nie hatte sie so etwas gesehen.

Als sie den Wald betraten, wurde es still.

Nicht unheimlich still.

Sondern weich.

Fast so, als würde der Wald sie willkommen heißen.

Plötzlich raschelte es im Gebüsch.

Mira griff nach ihrem warmen Stein.

Doch statt eines Monsters trat ein kleiner Fuchs hervor.

Sein Fell schimmerte kupfergold im Licht der Glühblumen.

Er setzte sich hin und sah die Prinzessinnen an, als hätte er auf sie gewartet.

„Hallo, kleiner Freund“, sagte Leni leise.

Der Fuchs blinzelte.

Dann drehte er sich um und ging ein paar Schritte.

Er blieb stehen.

Und schaute zurück.

„Ich glaube, er möchte, dass wir ihm folgen“, sagte Sora sanft.

Mira grinste.

„Genau solche Abenteuer mag ich.“

Tiefe im Wald wurde das Leuchten heller.

Die Bäume standen weiter auseinander.

Und in der Mitte einer kleinen Lichtung lag etwas, das aussah wie ein schlafender Stern.

Es war eine Kugel aus weichem Licht.

Doch ihr Glanz flackerte schwach.

Fast so, als würde er müde werden.

Der kleine Fuchs setzte sich daneben.

Ganz still.

„Ist das der Grund, warum der Wind traurig war?“ fragte Leni.

Sora kniete sich hin.

Sie legte vorsichtig ihre Hand in das Licht.

„Es fühlt sich einsam an“, flüsterte sie.

Mira dachte nach.

Dann holte sie ihren Kompass hervor.

Die Nadel drehte sich langsam.

Nicht nach Norden.

Sondern zur Lichtkugel.

„Vielleicht sucht dieses Licht nach etwas“, sagte sie.

„Oder nach jemandem.“

Leni setzte sich auf die andere Seite.

Der Spatz flatterte von ihrer Schulter und hüpfte näher.

Sora schloss kurz die Augen.

Dann sagte sie leise:

„Vielleicht braucht es nur Gesellschaft.“

Also blieben sie einfach sitzen.

Ohne Zauberspruch.

Ohne großen Plan.

Nur da.

Mit ruhigen Herzen.

Der kleine Fuchs legte seinen Kopf auf die Pfoten.

Der Wald atmete langsam.

Und ganz allmählich wurde das Licht heller.

Nicht plötzlich.

Sondern sanft.

Wie ein Sonnenaufgang, der sich Zeit lässt.

Die Kugel begann warm zu leuchten.

Goldene Funken stiegen auf und tanzten zwischen den Bäumen.

Der Wind kam zurück.

Doch diesmal klang er fröhlich.

Danke“, flüsterte er.

Mira lächelte.

„Manchmal ist das größte Abenteuer, einfach zu bleiben“, sagte sie.

Leni nickte.

„Und zuzuhören.“

Sora sah zum Himmel hinauf.

„Oder jemanden daran zu erinnern, dass er nicht allein ist.“

Die Lichtkugel hob sich langsam in die Luft.

Sie schwebte höher.

Und höher.

Bis sie zwischen den echten Sternen verschwand.

Für einen Moment war es ganz still.

Dann begann der Wald leise zu rauschen.

Fast wie Applaus.

Der kleine Fuchs stand auf.

Er stupste Miras Hand mit seiner Nase an.

Dann lief er ein Stück.

Und verschwand zwischen den Bäumen.

Doch für einen Herzschlag lang sah es so aus, als würde er lächeln.

Die Prinzessinnen machten sich auf den Heimweg.

Der Pfad war nun hell vom Mondlicht.

Niemand sprach laut.

Doch ihre Herzen fühlten sich warm an.

Am Schloss angekommen, sahen sie noch einmal zurück zu den Hügeln.

Über dem Wald funkelte ein neuer, besonders heller Stern.

„Ich glaube, der gehört jetzt zu uns“, sagte Leni leise.

„Oder wir zu ihm“, antwortete Sora.

Mira steckte den warmen Stein zurück in ihre Tasche.

„Morgen erleben wir bestimmt wieder etwas“, sagte sie zufrieden.

Sie gingen hinein.

Das Schloss schlief schon.

Nur ein Fenster stand offen.

Dort legte sich der Wind sanft zur Ruhe.

Und irgendwo weit oben wachte ein neuer Stern über drei wilde Prinzessinnen.

Ganz still.

Ganz warm.

Bis auch ihre Augen langsam zufielen.

Und die Nacht sie weich in den Schlaf trug.

Hallo, ich bin Onkel Guido
… ich komme aus dem schönen Köln, bin selbst Vater und seit neustem auch Opa. :) Auf dieser Seite findest du Geschichten für Kinder und Erwachsene. Schön, dass du da bist!
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