Wilde Prinzessinnen & die Wolkenbrücke

Onkel Guido
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Wilde Prinzessinnen & die Wolkenbrücke
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Der neue Tag bringt nicht nur Licht, sondern auch ein leises Geheimnis hoch oben am Himmel.

Dort wartet etwas, das nur mutige Herzen entdecken können.

Viel Spaß mit dieser Gute-Nacht-Geschichte.

...

Am Tag nach dem leuchtenden See war der Himmel besonders klar.

Keine einzige Wolke war zu sehen.

Nur ein weites, stilles Blau.

Prinzessin Leni lag im Gras vor dem Schloss und beobachtete die Vögel.

Der Spatz saß dicht neben ihr.

„Heute fühlt sich alles sehr hoch an“, flüsterte sie.

Prinzessin Mira übte währenddessen das Balancieren auf der niedrigen Steinmauer.

Ein Schritt.

Noch ein Schritt.

Arme ausgebreitet wie Flügel.

„Vielleicht wartet das nächste Abenteuer über uns“, rief sie fröhlich.

Prinzessin Sora saß im Schatten eines Baumes.

Sie hatte die Augen halb geschlossen.

Der Wind spielte sanft mit ihren Haaren.

Ja“, sagte sie leise.

„Heute ruft der Himmel.“

In genau diesem Moment fiel etwas Weißes ganz langsam herab.

Es war keine Feder.

Und auch kein Blatt.

Es sah aus wie ein kleines Stück Wolke.

Ganz weich.

Ganz leicht.

Mira sprang von der Mauer.

„Ich fange es!“

Behutsam nahm sie das Wolkenstück in beide Hände.

Es fühlte sich kühl an.

Und doch freundlich.

Plötzlich begann es sanft zu leuchten.

Nicht stark.

Nur wie ein stilles Versprechen.

Leni setzte sich auf.

„Schaut mal nach oben.“

Hoch über dem Schloss erschien nun doch eine Wolke.

Aber sie war anders als alle anderen.

Sie war lang gezogen.

Schmal.

Und schimmerte silbrig im Sonnenlicht.

„Das sieht aus wie ein Weg“, staunte Mira.

Sora stand langsam auf.

„Eine Brücke“, sagte sie ruhig.

Niemand fragte, ob das möglich war.

Manche Dinge wusste man einfach im Herzen.

Kurz darauf standen die drei Prinzessinnen auf dem höchsten Turm des Schlosses.

Der Wind war hier oben stärker.

Aber nicht kalt.

Eher einladend.

Das leuchtende Wolkenstück in Miras Händen wurde heller.

Dann löste es sich sanft auf.

Und zeigte nach oben.

Genau zur silbrigen Wolkenbrücke.

„Wir sollen hinauf“, flüsterte Leni.

Mira grinste mutig.

„Dann gehen wir.“

Sora nickte still.

Und so geschah etwas Wunderbares.

Eine schmale Treppe aus Licht erschien am Rand des Turms.

Stufe für Stufe.

Ganz weich.

Ganz ruhig.

Die Prinzessinnen stiegen hinauf.

Höher.

Und noch höher.

Unter ihnen wurde das Schloss kleiner.

Die Wiesen wurden zu grünen Flecken.

Die Welt wurde leise.

Oben angekommen betraten sie die Wolkenbrücke.

Sie fühlte sich fest an.

Und doch federleicht.

Jeder Schritt klang wie ein sanftes Klingen.

Weit entfernt hörten sie ein leises Schluchzen.

Ganz fein.

Fast wie Regen in der Ferne.

„Da vorne“, sagte Sora.

Am Ende der Brücke saß eine kleine Wolke.

Rund.

Flauschig.

Und zitternd vor Traurigkeit.

Ein winziger Wolkentropfen kullerte herab.

„Warum weinst du?“ fragte Leni behutsam.

Die kleine Wolke schniefte.

„Ich finde meinen Platz am Himmel nicht“, flüsterte sie.

„Alle anderen wissen, wohin sie gehören.“

Mira setzte sich daneben.

„Manchmal dauert es einfach ein bisschen länger“, sagte sie.

Sora legte sanft ihre Hand auf die Wolke.

„Du bist trotzdem genau richtig.“

Leni lächelte warm.

„Vielleicht suchst du keinen Platz.“

„Vielleicht wartet dein Platz schon auf dich.“

Die kleine Wolke hörte auf zu zittern.

Ganz langsam begann sie zu leuchten.

Erst schwach.

Dann heller.

Der Himmel über ihnen öffnete sich wie ein großes, stilles Tor aus Licht.

Ein warmer Wind kam auf.

Er trug die kleine Wolke sanft nach oben.

Genau in eine Lücke zwischen zwei goldenen Sonnenstrahlen.

Dort blieb sie schweben.

Ruhig.

Zufrieden.

Und plötzlich funkelte der ganze Himmel ein wenig heller.

Als würde er sich freuen.

Die Wolkenbrücke begann leise zu schimmern.

Ein Zeichen, dass es Zeit war zu gehen.

Die Prinzessinnen winkten der kleinen Wolke zu.

Danke“, flüsterte sie glücklich.

Dann stiegen Mira, Leni und Sora die Lichttreppe wieder hinab.

Unten wartete im Gras ein kleiner, kupferfarbener Fuchs.

Ganz so, als hätte er alles gesehen.

Er wedelte ruhig mit dem Schwanz.

Mira beugte sich zu ihm.

„Der Himmel fühlt sich heute leichter an“, sagte sie.

Der Fuchs blinzelte zustimmend.

Gemeinsam gingen sie zurück zum Schloss.

Der Abend kam langsam.

Golden.

Still.

Friedlich.

Und hoch oben am Himmel leuchtete nun eine kleine, zufriedene Wolke im letzten Licht der Sonne.

Die Prinzessinnen kuschelten sich später in ihre Betten.

Ihre Herzen waren ruhig.

Voll warmer Gedanken.

Und während die Nacht sanft über das Königreich zog, wussten sie:

Morgen wartet schon das nächste leise Wunder.

Ganz geduldig.

Ganz nah.

Bis ihre Augen zufielen.

Und der Schlaf sie weich umarmte. 🌙

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