Hundegeschichtenca. 6 Min Vorlesezeit

Die kleine Familie & der erste Schnee

Die kleine Familie & der erste Schnee
Vorlesen im dunklen Kinderzimmer?

Manchmal reicht ein leiser Morgen, um etwas ganz Besonderes zu erleben.

Für einen kleinen Jungen ist der erste Schnee ein Wunder, das er staunend aus dem Kinderwagen entdeckt, begleitet von seiner Familie und der treuen Labradorin Emmi.

Es war eine Nacht gewesen, in der die Welt ganz leise wurde.

Der Himmel hatte tief durchgeatmet.

Und am Morgen lag alles unter einer dicken, weißen Decke.

Der Schnee war gekommen.

Ganz still.

Ganz weich.

In einem kleinen Haus am Rand der Stadt wachte eine Familie auf.

Papa streckte sich.

Mama lächelte noch im Halbschlaf.

Und Emmi, die blonde Labradorin, hob sofort den Kopf.

Sie wusste es.

Heute war ein besonderer Tag.

Im Kinderzimmer lag der kleine Sohn in seinem Bettchen.

Er konnte noch nicht laufen.

Und noch nicht sprechen.

Aber seine Augen waren groß.

Sehr groß.

Denn durch das Fenster fiel ein helles, weißes Licht.

Ba“, brabbelte er leise.

Und wedelte mit den Armen.

Seine große Schwester kam hereingelaufen.

Mit warmen Socken.

Und roten Wangen.

„Es hat geschneit“, rief sie aufgeregt.

„Ganz viel.“

„Das ist schon der dritte Schnee für mich“, erklärte sie stolz.

Papa hob den kleinen Jungen vorsichtig hoch.

Mama zog ihm seine dicke Jacke an.

Und Emmi wedelte so wild mit dem Schwanz, dass fast ein Kissen vom Sofa fiel.

Draußen war alles verwandelt.

Die Straße war verschwunden.

Die Bäume trugen weiße Mützen.

Und jedes Geräusch klang gedämpft.

Papa schob den Kinderwagen langsam durch den Schnee.

Der kleine Sohn lag warm eingepackt darin.

Er bewegte den Kopf hin und her.

Seine Augen folgten jeder Schneeflocke.

„Ba ba ba“, machte er begeistert.

Die Schwester lief nebenher.

Sie stapfte extra laut.

„Hörst du das“, sagte sie.

„So knirscht Schnee.“

Sie beugte sich zum Wagen.

„Beim ersten Schnee ist alles neu“, erklärte sie wichtig.

„Beim zweiten ist es lustig.“

„Und beim dritten fühlt es sich wie Zuhause an.“

Der kleine Bruder schaute sie an.

Ganz konzentriert.

Dann brabbelte er wieder.

Emmi sprang voraus.

Sie sprang in den Schnee.

Sie sprang wieder heraus.

Und schaute dann ganz erstaunt auf ihre Pfoten.

Papa lachte.

Mama legte den Arm um die Tochter.

Eine Schneeflocke landete auf der Nase des kleinen Sohnes.

Er hielt den Atem an.

Dann grinste er.

Ganz breit.

Ba“, sagte er leise.

Die Schwester klatschte in die Hände.

„Er liebt Schnee“, rief sie.

„Ich hab es gewusst.“

Sie erzählte weiter.

Von Schneemännern.

Von kalten Nasen.

Und von warmem Kakao danach.

Der kleine Sohn verstand kein Wort.

Aber er verstand das Gefühl.

Das Leuchten.

Die Ruhe.

Die Nähe.

Emmi setzte sich neben den Kinderwagen.

Ganz still.

Als würde sie aufpassen.

Der Schnee fiel weiter.

Und die Familie ging langsam nach Hause.

Drinnen war es warm.

Papa stellte die nassen Schuhe weg.

Mama machte Kakao.

Die Schwester kuschelte sich aufs Sofa.

Und der kleine Sohn wurde müde.

Seine Augen schlossen sich langsam.

Draußen fiel der Schnee weiter.

Und drinnen schlief jemand ein.

Mit einem Lächeln.

Und einem kleinen „Ba“.

Ende 🌙 Gute Nacht!

Für morgen Abend 🦊

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