Abenteuergeschichtenca. 6 Min Vorlesezeit Auch zum Anhören und Herunterladen

Emil & die sprechende Ritterrüstung

Emil & die sprechende Ritterrüstung
Vorlesen im dunklen Kinderzimmer?

Onkel Guido liest vor

0:006:02

Emil mag Ritter und Burgen – aber nur auf Bildern.

Als seine Klasse einen Ausflug auf eine alte Burg macht, verirrt er sich im Gemäuer.

Dort steht plötzlich eine staubige Rüstung … und die spricht ihn an.

Emil war nicht besonders mutig.

Er hatte Angst vor Dunkelheit, vor Gewittern und vor … Schulausflügen.

Und heute stand genau so einer an.

„Burg Falkengrund“, sagte Frau Blümchen. „Mit echtem Rittersaal und Rüstungsausstellung!“

Emil wurde mulmig im Bauch.

Die Busfahrt war noch okay.

Aber als sie durch das alte Burgtor traten, knarzte alles unheimlich.

Im Innenhof standen riesige Türme, steinerne Drachenköpfe und Fenster, die wie Augen aussahen.

Emil blieb lieber nah bei Frau Blümchen.

Doch dann, beim Mittagessen auf der Wiese, musste Emil zur Toilette.

Er lief los – durch einen Gang, der immer enger wurde.

Und plötzlich … stand er allein.

Hallo?“, rief er.

Keine Antwort.

Nur der Hall seiner eigenen Schritte.

Er drehte sich um – und stand in einem Raum mit einer riesigen Rüstung.

Sie war staubig, silberglänzend und ganz still.

„Uff … ist das gruselig“, flüsterte Emil.

Da … bewegte sich der Helm.

Ein leises Knirschen.

Emil wich zurück.

„W-Wer bist du?“, flüsterte er.

„Ich bin Ritter Runibert. Und du bist spät dran.“

Emil zuckte zusammen.

„Du kannst reden?!“

„Natürlich. Ich spreche nur mit Kindern, die aus Versehen mutig sind.“

Emil starrte.

„Ich bin nicht mutig. Ich hab’ mich verlaufen!“

Runiberts Helm wackelte.

„Und trotzdem bist du weitergegangen. Das ist der erste Schritt.“

Emil schluckte.

„Aber ich finde den Weg nicht zurück.“

„Dann machen wir eben eine Ritterprüfung“, sagte Runibert. „Wenn du sie bestehst, zeige ich dir den Geheimgang.“

Emil nickte vorsichtig.

Runibert donnerte:

„Erste Aufgabe: Sag laut, dass du mutig bist!“

Emil zitterte.

Dann holte er tief Luft.

„Ich bin … ich bin mutig!“

Seine Stimme hallte durch den Raum.

Gut“, sagte Runibert. „Zweite Aufgabe: Trau dich, meine Hand zu berühren.“

Emil ging einen Schritt nach vorn.

Die Rüstung war riesig – und ganz kalt.

Er legte zögerlich die Hand auf den Handschuh.

Ein warmes Glimmen ging durch den Raum.

„Dritte Aufgabe“, sagte Runibert leise. „Vertrau dir selbst.“

Emil schloss die Augen.

Er atmete.

Und als er sie wieder öffnete – war Runibert verschwunden.

Dort, wo er gestanden hatte, war jetzt eine Tür.

Ein kleiner Pfeil zeigte: „Zur Klasse 3b“.

Emil grinste.

Er folgte dem Gang und stand kurz darauf wieder draußen im Burghof.

„Da bist du ja!“, rief Frau Blümchen.

„Ich war … auf Ritterprüfung“, sagte Emil stolz.

Sein bester Freund Tom grinste.

„Klar. Und ich bin ein Drache!“

Aber Emil wusste es besser.

Denn tief in seiner Hosentasche lag etwas: ein kleiner, staubiger Knopf aus Silber.

Mit einem R eingraviert.

Ende 🌙 Gute Nacht!

Schon bereit für morgen Abend? 🦊

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