Freundschaftsgeschichtenca. 6 Min Vorlesezeit

Minna, die kleine Hexe und das rätselhafte Regenlied

Minna, die kleine Hexe und das rätselhafte Regenlied
Vorlesen im dunklen Kinderzimmer?

An einem warmen Sommertag beginnt es plötzlich sanft zu regnen – doch dieser Regen klingt wie Musik.

Minna und die Kinder entdecken, dass jedes Tröpfchen eine vergessene Herzensbotschaft trägt.

Gemeinsam erleben sie ein stilles Wunder voller Wünsche, Hoffnung und einem Hauch Magie.

Minna, die kleine Hexe mit dem großen Herz, saß an einem warmen Sommertag auf der Wiese vor ihrem Häuschen.

Lumino, ihr Glühwürmchenfreund, tanzte in der Luft und zog leuchtende Kreise in den Himmel.

Die Kinder aus dem Dorf waren heute etwas später dran, denn sie wollten ein neues Lied mitbringen, das sie bei der alten Lehrerin Fräulein Linde gelernt hatten.

Minna hatte extra Holunderlimonade gemacht und Beerenkekse gebacken.

Doch kaum war der Picknickkorb gedeckt, da begann es plötzlich zu tröpfeln – ganz leise, ganz sanft.

Minna blickte in den Himmel.

„Hm… kein Wölkchen zu sehen und trotzdem Regen?“

Lumino blinkte verwundert.

Da hörte Minna etwas.

Eine leise Melodie, wie ein fernes Summen, kam aus dem Wald.

Die Regentropfen fielen im Takt der Musik – plitsch, platschi, plitsch.

Minna runzelte die Stirn.

„Das ist kein gewöhnlicher Regen. Da steckt Magie dahinter!“

Gerade in dem Moment kamen die Kinder auf den Waldpfad gelaufen – mit nassen Haaren, lachend und klatschnass.

„Minna! Hast du das gehört? Der Regen singt ein Lied!“, rief Lisa aufgeregt.

„Ja, das Lied klingt wie… wie eine Geschichte ohne Worte“, sagte Max träumerisch.

Minna stand auf und schloss die Augen.

„Es ist das Regenlied der vergessenen Wünsche“, flüsterte sie.

„Was ist das?“, fragte Lea neugierig.

„Ein sehr, sehr altes Lied, das nur erscheint, wenn jemand einen Wunsch hat, den er fast vergessen hätte“, erklärte Minna.

„Ich hab so viele Wünsche!“, rief Paul. „Dass es nie mehr Hausaufgaben gibt! Oder dass man fliegen kann wie ein Vogel!“

Minna schüttelte sanft den Kopf.

„Nicht solche Wünsche. Herzenswünsche. Die, die man vielleicht gar nicht laut sagt.“

Die Kinder wurden ganz still.

Sie hörten genau hin.

Der Regen fiel sanft auf die Blätter, und die Tropfen klangen wie kleine Töne.

Plitsch – platsch – plong – pling.

„Ich wünsche mir“, sagte Lisa leise, „dass mein Bruder wieder lachen kann.“

„Ich wünsche mir, dass Oma bald gesund wird“, flüsterte Max.

Minna nickte langsam.

„Solche Wünsche meint das Lied.“

Sie holte ein kleines Gläschen aus ihrer Tasche, das mit Morgentau gefüllt war.

„Wenn ihr möchtet, könnt ihr euren Wunsch hineinflüstern. Dann trägt ihn der Regen weiter.“

Einer nach dem anderen nahm das Glas in die Hand und flüsterte vorsichtig hinein.

Das Gläschen glitzerte danach ein wenig, fast wie Lumino, wenn er besonders froh war.

„Und jetzt?“, fragte Lea.

„Jetzt stellen wir es unter den Regen und lassen es los“, sagte Minna.

Das taten sie – und als das Glas auf der Wiese stand, kam ein Sonnenstrahl durch die Bäume.

Ein Regenbogen spannte sich über das Hexenhaus.

Der Regen hörte auf, aber die Musik klang noch leise nach – wie ein Flüstern.

„Ich glaube“, sagte Minna, „der Wald hat eure Wünsche gehört.“

Die Kinder standen eine Weile still da.

Dann fingen sie an zu lachen, zu hüpfen und zu tanzen – ganz leicht, als wäre etwas Schweres von ihren Schultern gefallen.

Lumino blinkte in bunten Farben, als wäre er selbst ein kleiner Regenbogen.

Und Minna?

Sie setzte sich auf ihren Lieblingsbaumstumpf, schaute in den Himmel und flüsterte ganz leise:

„Ich wünsche mir, dass ihr niemals vergesst, wie stark kleine Herzenswünsche sein können.“

Ende 🌙 Gute Nacht!

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