Sankt Martin & die kleine Prinzessin

Onkel Guido
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Wenn der Herbstwind durch die Bäume weht und die Blätter in bunten Farben tanzen, dann ist es Zeit für gemütliche Geschichten. Unsere heutige Erzählung nimmt euch mit auf eine Reise in ein kleines Dorf, wo die Laternen hell leuchten und die Herzen noch wärmer strahlen. Es ist die Zeit von Sankt Martin, einer Zeit des Teilens und der Freundlichkeit. Und mitten in dieser Zeit voller Lichter, werdet ihr ein kleines Mädchen kennenlernen, das lernt, was es wirklich bedeutet, eine Prinzessin zu sein. Viel Spaß mit dieser Herbstgeschichte.

Kleiner Hinweis: Diese Geschichte ist noch nicht vorgelesen, aber auf YouTube findest du über 200 wundervolle „Gute Nacht“-Geschichten, die du & dein Nachwuchs kostenlos anhören kannst –> Zum Onkel Guido YouTube-Kanal.

In einem kleinen Dorf, wo die Häuser aus alten Steinen gebaut waren und die Dächer mit Moos bedeckt, da lebte ein kleines Mädchen namens Emma.

Emma war für viele im Dorf als die „kleine Prinzessin“ bekannt, weil sie immer ein goldenes Krönchen trug, das sie von ihrer Großmutter bekommen hatte.

„Sieh nur, Mama, wie mein Krönchen im Licht der Herbstsonne funkelt!“, rief Emma eines Tages, als sie durch das Laub hüpfte, das den Boden wie einen bunten Teppich bedeckte.

„Ja, mein Schatz“, lächelte ihre Mutter. „Aber denk daran, wahre Prinzessinnen sind nicht nur durch ihr Krönchen besonders, sondern auch durch ihre Taten.“

Emma dachte darüber nach, aber bevor sie etwas sagen konnte, kündigte die Glocke der Dorfkirche das Fest von Sankt Martin an.

Das ganze Dorf war voller Aufregung, denn am Abend würde der traditionelle Laternenumzug stattfinden.

„Mama, erzähl mir noch einmal die Geschichte von Sankt Martin“, bat Emma, während sie ihre eigene kleine Laterne bastelte.

„Natürlich, mein Schatz. Sankt Martin war ein guter Mann, der seinen Mantel in einer kalten Nacht mit einem Bettler teilte“, begann ihre Mutter. „Er zeigte uns, dass es wichtig ist zu teilen und für andere da zu sein.“

Emma lauschte und ihr Herz wurde warm bei dem Gedanken, auch so großzügig wie Sankt Martin zu sein. 

Aber plötzlich kam ein Windstoß und wehte ihre Laterne davon.

„Oh nein! Meine Laterne!“, rief Emma und rannte hinterher.

Die Laterne flog über Wiesen und Felder, bis sie in einem dichten Wald landete.

Emma, die nicht aufgeben wollte, folgte ihr mutig.

„Ich muss dich zurückbekommen, kleine Laterne!“, sagte sie zu sich selbst.

Im Wald traf sie auf eine Gestalt, die größer und dunkler war als alles, was sie kannte.

Es war der Schatten, der immer da war, wenn es dunkel wurde.

„Warum jagst du die Laterne, kleine Prinzessin?“, fragte der Schatten mit einer tiefen, aber nicht unfreundlichen Stimme.

„Weil ich sie brauche für den Sankt Martins Umzug“, antwortete Emma mutig. „Ohne sie kann ich nicht teilnehmen.“

Der Schatten schaute sie ein paar Sekunden an, so als würde er nachdenken.

„Und was hast du gelernt von Sankt Martin?“, fragte der Schatten dann neugierig.

„Na, … zu teilen und für andere da zu sein“, sagte Emma ohne zu zögern.

Und wieder schaute der Schatten sie lange an.

Obwohl er kein Gesicht hatte, spürte Emma, dass seine Stirn gerunzelt war.

„Wenn das so ist … dann habe ich eine Herausforderung für dich“, sagte der Schatten. „Falls du es schaffst, bis zum Sonnenuntergang jemandem eine echte Freude zu machen, dann bekommst du deine Laterne zurück.“

Emma nickte entschlossen.

Sie rannte ins Dorf zurück, um nach jemandem zu suchen, dem sie helfen konnte.

Erst fand sie niemanden, doch plötzlich sah sie einen kleinen Jungen, der traurig auf einer Bank saß.

„Warum bist du so traurig?“, fragte Emma den Jungen.

„Ich habe mein Lieblingsspielzeug verloren“, schluchzte der Junge. „Ein kleines Holzpferd … es war ein Geschenk von meinem Opa.“

Emma dachte nach.

Sie wusste, wie es war, etwas Wichtiges zu verlieren, denn ihre Laterne war ja auch weggeweht worden. 

Sie beschloss, dem Jungen zu helfen, sein Spielzeug zu suchen. Das war jetzt wichtiger als ihre Laterne.

„Ich helfe dir, dein Pferd zu finden“, sagte Emma. „Wir werden überall suchen, zusammen werden wir es bestimmt finden!“

Gemeinsam durchsuchten sie das Dorf.

Sie schauten unter Bänken, in Büschen und hinter den großen Wassertonnen, die am Marktplatz standen. 

Aber das hölzerne Pferd war nirgends zu finden.

„Ich glaube, es ist weg. Für immer“, sagte der Junge und seine Augen füllten sich mit Tränen.

„Warte!“, rief Emma. „Ich habe eine Idee.“

Sie erinnerte sich an das Gespräch mit ihrer Mutter über wahre Prinzessinnen und ihre Taten.

Emma nahm ihr goldenes Krönchen ab und gab es dem Jungen.

„Hier, du kannst mein Krönchen haben. Es wird dir nicht dein Spielzeug ersetzen, aber vielleicht kann es dir ein wenig Freude schenken.“

Der Junge schaute überrascht auf das glänzende Krönchen in seinen Händen.

Ein Lächeln breitete sich auf seinem Gesicht aus.

„Das ist das schönste Geschenk, das ich je bekommen habe“, sagte er und strahlte. „Danke, kleine Prinzessin …“

Der Junge schaute das Krönchen ein paar Momente nachdenklich an …

Irgendwie erinnerte er Emma an jemanden.

Du hast deine Herausforderung gemeistert … du hast jemandem eine Freude gemacht, ohne an dich zu denken. Das ist wahre Großzügigkeit.“

Plötzlich begann der Junge zu leuchten und verwandelte sich in den Schatten.

Doch nicht nur das, mit einem sanften Windstoß kam Emmas Laterne zurückgeflogen und landete sicher in ihren Armen.

„Danke, Schatten“, sagte Emma glücklich. „Jetzt kann ich am Umzug teilnehmen.“

Mit diesen Worten lief sie ganz schnell los, damit sie es noch rechtzeitig zum Umzug schaffte.

Ein bisschen außer Atem, aber mit einem Lächeln im Gesicht schloss sie sich den anderen Kindern an –  die Erinnerung an ihre Begegnung mit dem Schatten und das kleine Wunder, das sie erlebt hatte, begleiteten sie durch die leuchtende Nacht.

Was war das nur für ein aufregender, wundervoller Tag.

Doch der Tag sollte noch nicht vorbei sein … als die kleine Prinzessin sich am Abend ins Bett kuscheln wollte, fand sie ihr kleines Krönchen auf ihrem Kissen.

„Danke, Schatten“, flüsterte Emma in die Nacht.

Und dann schlief sie ganz fest ein.

Hallo, ich bin Onkel Guido
… ich komme aus dem schönen Köln, bin selbst Vater und seit neustem auch Opa. :) Auf dieser Seite findest du Geschichten für Kinder und Erwachsene. Schön, dass du da bist!
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