Sommergeschichtenca. 5 Min Vorlesezeit

Wasserrutsche statt Mathe

Wasserrutsche statt Mathe
Vorlesen im dunklen Kinderzimmer?

Am heißesten Tag des Sommers staunen die Kinder des Otto-Hahn-Gymnasiums in Bergisch Gladbach nicht schlecht: Statt Hitzefrei gibt es Freibadkarten!

Doch was als kleine Überraschung beginnt, wird für die Kinder – und für ihren Direktor – ein unvergesslicher Tag voller Wasser, Wunder und Zusammenhalt.

Es war Montag, es war heiß, und es war keine einzige Wolke am Himmel.

Die Sonne knallte aufs Pausendach des Otto-Hahn-Gymnasiums, und in der Aula roch es nach warmen Gummiböden und leichtem Schwitzen.

Ein Schüler flüsterte: „Bestimmt kriegen wir heute Hitzefrei!“

Eine andere rief leise zurück: „Nee, Herr Sulski gibt nie Hitzefrei, der ist wie aus Stein.“

Doch sie hatten sich geirrt.

Denn Herr Sulski, der Schulleiter mit dem buschigen Bart und den stets etwas zu engen Krawatten, hatte an diesem Morgen etwas Besonderes vor.

Er trat ans Mikrofon in der Aula und räusperte sich.

„Liebe Schülerinnen und Schüler … heute ist der heißeste Tag des Jahres. Aber bevor jemand schmilzt oder sich unterm Tisch versteckt – habe ich eine Idee.“

Er machte eine Pause.

„Anstatt Hitzefrei gibt es heute … einen Freibadtag!“

Stille.

Dann Jubel.

Dann noch mehr Jubel.

„Jede Klasse bekommt Freikarten fürs Freibad Milchbornstal – dort warten kühles Wasser, Eis am Kiosk und eine riesige Rutsche.“

In der fünften Klasse war der Jubel so laut, dass ein Getränkekarton vor Freude vom Tisch fiel.

„Wieso macht der das?“, fragte Mia.

„Vielleicht weil er doch ein Herz hat?“, sagte Tom.

„Oder weil er sich heimlich auch mal in die Rutsche traut …“, kicherte Samira.

Und so zogen am Vormittag alle Klassen mit Sonnenhüten, Handtüchern und Badetaschen zum nahegelegenen Freibad Milchbornstal.

Ein Lehrer fuhr mit dem Fahrrad voraus, eine Lehrerin hatte Sonnencreme für alle dabei.

Im Wasser wurde geplanscht, gespritzt und gelacht.

Ein paar Schüler bauten einen Turm aus Badelatschen, andere saßen auf der Wiese und hörten Musik.

Sogar die Lehrer spielten Wasserball.

Und irgendwann, ganz heimlich, rutschte tatsächlich jemand mit kariertem Hemd und quietschblauer Badehose die große gelbe Rutsche hinunter.

„War das … Herr Sulski?!“, fragte Lena mit großen Augen.

„Niemals!“, meinte Jonas.

„Doch, doch, ich hab den Bart gesehen!“, lachte Leonie.

Am Ende des Tages lagen alle Kinder erschöpft, aber glücklich auf ihren Handtüchern.

„Das war viel besser als Hitzefrei“, sagte Mia.

„Viel besser“, flüsterte auch Herr Sulski, der sich auf einer Bank die Socken wieder anzog.

Denn an diesem Tag hatte nicht nur der Asphalt geschmolzen – sondern auch ein kleines bisschen die Herzen aller.

Und vielleicht, ganz vielleicht, gab es von nun an jedes Jahr einen Freibadtag statt Hitzefrei.

Ende 🌙 Gute Nacht!

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