Benni liebt Abenteuer, besonders wenn sie voller Rätsel und Geheimnisse stecken. Eines hat er ja schon erlebt. Als er eines Tages einen sprechenden Stein namens Rugo trifft, erfährt er von einem verborgenen Tal, in dem die ältesten Steine der Welt verstummt sind. Doch warum schweigen sie? Um das Rätsel zu lösen, muss Benni all seinen Mut und seine Klugheit einsetzen – und sich einem uralten Stein stellen, der das Geheimnis hütet.
Viel Spaß mit dieser Gute-Nacht-Geschichte.
...
Benni saß auf seinem Lieblingsfelsen am Rand des Flusses und beobachtete das glitzernde Wasser.
Seit seinem letzten Abenteuer mit den sprechenden Steinen hatte er oft daran gedacht, was für Geheimnisse noch in der Welt verborgen sein könnten.
Einer der Steine, der weise Graustein, hatte ihm einmal gesagt: „Jedes Geheimnis findet den, der wirklich bereit ist, es zu entdecken.“
Heute war einer dieser Tage, an denen Benni das Gefühl hatte, dass etwas Besonderes geschehen würde.
Ein leises Murmeln drang an sein Ohr.
Es war kein Wind, kein Wasser – es war eine Stimme.
„Benni“, raunte es geheimnisvoll.
Er sprang auf und sah sich um.
Vor ihm lag ein kleiner, unscheinbarer Stein mit runden Kanten.
„Du kannst sprechen?“, fragte Benni aufgeregt.
„Natürlich“, antwortete der Stein und gluckste leise.
„Mein Name ist Rugo. Ich brauche deine Hilfe.“
Benni kniete sich hin.
„Was ist los, Rugo?“
Der kleine Stein seufzte.
„Es gibt ein verborgenes Tal hinter den großen Bergen. Dort ruhen die ältesten Steine der Welt. Doch ihr Lied ist verstummt. Etwas hält sie davon ab zu sprechen.“
Benni spürte, wie eine Welle der Neugier in ihm aufstieg.
„Dann werde ich herausfinden, warum!“
Rugo hüpfte vor Freude auf und ab.
„Dann folge mir!“
Benni nahm seinen kleinen Rucksack und folgte Rugo den schmalen Pfad entlang, der in die Berge führte.
Die Bäume wurden dichter, der Weg steiler.
Die Sonne warf goldene Lichtflecken auf den moosbedeckten Boden.
Nach einer langen Wanderung erreichten sie eine hohe Felswand.
„Hier müssen wir durch“, sagte Rugo.
Benni sah sich um.
„Aber hier ist kein Weg.“
„Es gibt immer einen Weg, wenn man genau hinsieht.“
Benni tastete die Felswand ab.
Plötzlich spürte er eine kühle Stelle.
Er drückte dagegen – und mit einem leisen Knirschen öffnete sich ein schmaler Durchgang.
Staunend trat er ein.
Ein verborgener Pfad führte in ein Tal voller schimmernder Steine.
Jeder Stein leuchtete in einem anderen Farbton.
Doch es war unheimlich still.
Benni spürte, dass hier etwas nicht stimmte.
„Warum sprechen sie nicht?“, flüsterte er.
Rugo rollte vorsichtig weiter in das Tal.
„Da drüben! Sieh nur!“
Benni entdeckte einen großen, schwarzen Felsen in der Mitte des Tals.
Er wirkte anders als die anderen Steine – als würde er die ganze Umgebung in sich aufsaugen.
„Ich glaube, das ist der Grund“, murmelte Benni.
Er trat näher.
Ein kalter Hauch streifte seine Haut.
„Wer wagt es, mich zu stören?“, dröhnte eine tiefe Stimme.
Benni schluckte.
„Ich bin Benni. Und ich will wissen, warum die Steine nicht mehr sprechen.“
Der schwarze Felsen lachte düster.
„Weil ich es nicht will. Stille ist meine Kraft.“
Benni dachte nach.
„Aber Steine sind voller Geschichten. Ohne ihre Stimmen bleibt die Welt leer.“
Der Felsen schwieg.
Dann grollte er: „Ich mag keine Veränderung. Doch ich will eine Herausforderung. Wenn du mir ein Rätsel gibst, das ich nicht lösen kann, gebe ich die Stimmen frei.“
Benni überlegte.
Dann lächelte er.
„Gut! Hier ist mein Rätsel: Je mehr du nimmst, desto mehr lässt du zurück. Was bin ich?“
Der Felsen brummte.
Es wurde still.
Dann murmelte er: „Ich weiß es nicht.“
Benni grinste.
„Die Antwort ist: Fußspuren.“
Ein tiefes Grollen erfüllte das Tal.
Dann wurde es ganz still.
Und plötzlich –
Ein leises Flüstern erhob sich.
Dann ein Singen.
Dann ein Raunen, das durch das ganze Tal hallte.
Die Steine hatten ihre Stimmen zurück!
Der schwarze Felsen lachte plötzlich.
„Du hast mich besiegt, Benni. Und ich habe verstanden – Stille ist wichtig, aber Geschichten sind es auch.“
Benni lächelte.
„Manchmal braucht es beides.“
Rugo hüpfte begeistert auf und ab.
„Du hast es geschafft, Benni!“
Er spürte eine tiefe Wärme in seinem Herzen.
Noch einmal lauschte er dem Lied der Steine.
Dann drehte er sich um und machte sich auf den Heimweg.
Er wusste, dass er noch viele Abenteuer vor sich hatte.
Denn die Welt war voller Geheimnisse – und er war bereit, sie zu entdecken.
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Wir wünschen dir ganz viel Spaß beim Lesen oder Anhören.
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P.S.: Du kannst Onkel Guidos Geschichten auch auf den folgenden Plattformen anhören.