Fridolin & die schlafenden Sterne

Onkel Guido
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Es war einmal ein kleiner Drache namens Fridolin, der in einer gemütlichen Höhle am Rande eines großen, dunklen Waldes wohnte.

Seine Höhle war wirklich wunderschön. Er hatte sich ein weiches Moosbett gebaut, ein paar Glühkäfer als Nachtlicht eingefangen und an der Decke hingen getrocknete Blumen, die er auf seinen Ausflügen gesammelt hatte.

Fridolin liebte es, neue Dinge zu entdecken. Jeden Tag flog er ein kleines bisschen weiter, schaute hinter Hügel, die er noch nicht kannte, und stellte Fragen, auf die er manchmal selbst keine Antwort fand.

Aber heute Abend passierte etwas Seltsames.

Fridolin saß vor seiner Höhle, schaute in den Nachthimmel und runzelte die Stirn.

Da stimmte doch was nicht.

Er zählte leise: „Einen, zwei, drei, vier …" Er kannte eigentlich jeden Stern. Den dicken runden rechts oben. Den winzigen, der immer ein bisschen flackerte. Den, der aussah wie ein Schneckenhaus.

Aber heute Abend fehlte einer.

„Hmm", machte Fridolin und stupste nachdenklich seine kleine grüne Drachennase. „Wo ist er hin?"

Er überlegte kurz. Dann rollte er seine Flügel aus, nahm einen tiefen Atemzug und flog los.

Immer höher stieg er in den dunklen Nachthimmel. Die Luft wurde kühler und stiller. Unter ihm sah er die Baumwipfel des Waldes, dann einen silbernen Fluss, dann nur noch Wolken.

„Entschuldigung!", rief Fridolin einer dicken weißen Wolke zu. „Hast du vielleicht einen Stern gesehen? Einen kleinen, der immer so ein bisschen flackert?"

Die Wolke gähnte, sie klang wie ein leises Donnern, und murmelte: „Schau mal da hinten. Hinter dem großen Berg aus Mondlicht."

Fridolin dankte ihr höflich und flog weiter.

Und tatsächlich!

Hinter einer Kurve aus Mondlicht, auf einer kleinen Wolke die aussah wie ein Sofa, lag ein winziger Stern. Er leuchtete kaum noch. Sein Licht flackerte so schwach wie eine Kerze kurz bevor sie ausgeht.

„Hey!", sagte Fridolin leise und landete vorsichtig neben ihm. „Bist du der Stern, der sonst immer so schön flackert?"

Der kleine Stern blinzelte.

„Mmmmh", machte er.

„Alles okay bei dir?", fragte Fridolin.

„Ich bin so müde", flüsterte der Stern. „Ich leuchte jede Nacht so lange. Manchmal brauche ich einfach eine kleine Pause."

Fridolin schaute ihn an. Dann schaute er hinunter auf die Erde, die weit unter ihm lag.

Er dachte an all die Kinder, die vielleicht gerade aus ihren Fenstern schauten und die Sterne zählten. So wie er es selbst jeden Abend tat.

„Weißt du was?", sagte Fridolin schließlich leise. „Ich glaube, das ist vollkommen in Ordnung. Manchmal müssen sogar Sterne schlafen."

Der kleine Stern seufzte erleichtert.

„Darf ich mich zu dir setzen, bis du wieder ausgeruht bist?", fragte Fridolin.

Der Stern nickte ganz schwach.

Und so saßen die beiden zusammen auf der kleinen Wolke. Fridolin faltete seine Flügel zusammen und kuschelte sich hin. Der Stern lehnte sich ein bisschen näher an ihn.

Es war sehr ruhig da oben.

Nur der Wind flüsterte leise durch die Wolken.

„Fridolin?", murmelte der Stern nach einer Weile.

„Ja?", sagte Fridolin.

„Danke, dass du mich gesucht hast."

Fridolin lächelte. „Ich suche immer nach Dingen, die ich nicht verstehe. Heute habe ich etwas Wichtiges gelernt."

„Was denn?", fragte der Stern.

Aber Fridolin antwortete nicht mehr.

Er hatte die Augen geschlossen.

Und der kleine Stern auch.

Da oben, hoch über dem Wald, über den Wolken und dem silbernen Fluss, schliefen ein kleiner Drache und ein kleiner Stern. Ganz friedlich, ganz ruhig, ganz zufrieden.

Und wer in dieser Nacht genau hinsah, der bemerkte vielleicht, dass an einer bestimmten Stelle am Himmel ein Stern fehlte.

Aber keine Sorge.

Er ruhte sich nur aus.

Genau wie du jetzt.

Gute Nacht. 🌟

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… ich komme aus dem schönen Köln, bin selbst Vater und seit neustem auch Opa. :) Auf dieser Seite findest du Geschichten für Kinder und Erwachsene. Schön, dass du da bist!
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